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„Alpen Toaster“? Nein – „Alpen Coaster“ heißt die Achterbahn.
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„Alpen Toaster“? Nein – „Alpen Coaster“ heißt die Achterbahn.

Dippemess-Park

Frankfurt: Dippemess ist zurück – erstes Fest seit Corona

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Ein Rundgang mit Maske über den Juxplatz am Ratsweg. Wer erst mal drin ist, hat Spaß. Aber etwas fehlt zu Corona-Zeiten auf dem traditionellen Markt der Töpfe.

Frankfurt – Samstag, 16 Uhr, am Bornheimer Hang liegen die Nerven blank. „Wir stehen schon die ganze Zeit hier“, schreit eine Dame einen Herrn an, „kümmern Sie sich um Ihren eigenen Kram!“ Es geht um die Reihenfolge in der Warteschlange. Sensible Sache. Die Schlange ist 250 Meter lang. Draußen. Und drinnen noch mal.

Wer ist schuld? Corona selbstverständlich. Um die Menschen zu schützen, muss alles geregelt sein. Vorkontrolle am ersten Tor nahe der U-Bahn-Haltestelle. Da trennen sich die Wege derer, die Impfung oder Genesung nachweisen, und jener, die sich testen lassen müssen. Am zweiten Checkpoint wird noch einmal geprüft, ob alle ihre Zugangsberechtigung haben – und hinein ins Vergnügen. Dass die 1,50 Meter Hygieneabstand in der Warteschlange ungefähr so realistisch sind wie der Umweltpreis der Vereinten Nationen für die Formel 1, versteht sich von selbst. Dass dafür niemand was kann (außer Corona) auch.

Der schwierige Teil des Vergnügens: Bis man erst mal drin ist, das dauert und dauert …

Dippenmess in Corona-Zeiten: Kuriose Regeln und Desinfektionsmittel

Drinnen, auf dem Festplatz in Frankfurt, ist es recht entspannt. Kein Gedränge. Am Eingang zum Riesenrad hängt ein Schild: „Ab hier Mundschutzpflicht“. Daneben ein Spender mit Desinfektionsmittel. So läuft’s an allen Fahrgeschäften.

Der Autoscooter (war der früher auch so klein?) hat eine sympathische Erklärungstafel für die Hygieneregeln: Die Familie Feuerstein macht es vor. An der Fahrbahn hängt allerdings ein Schild: „Bitte halten Sie Abstand!“. Beim Scooterfahren! Abstand! Ist das kurios? „Das ist kurios“, sagt ein potenziell cooler Scooterfahrer.

An der übernächsten Station, dem vermutlich langsamsten Karussell aller Zeiten, passen Flaschengeister auf die sehr jungen Passagiere auf. Ein dreijähriger Juxplatzbesucher zeigt sich derweil an Fahrgeschäften uninteressiert. Seine Hauptattraktion: Steine in Kirmespfützen werfen.

Corona: Maskenpflicht-Regelung nicht Nachvollziehbar – hier ja dort nein

Auch auf dem „Alpen Toaster“ – Moment: Toaster? Ah, nein: „Alpen Coaster“ heißt die Achterbahn, das war schwer zu lesen, auch dort gilt es, die „Hust- und Niesetikette“ zu beachten. Allein die Kreischetikette leidet ein wenig in der Sturzabfahrt. Wer drüben an der Schießbude ballert, braucht Maske (unter der Nase ist auch erlaubt, scheint’s). Wer an der Schießbude babbelt oder an die Theke gelehnt Drinks schlürft, braucht offenbar keine Maske.

5000 Leute dürften gleichzeitig auf den Festplatz, sagt nachmittags Ines Philipp, die Sprecherin der Tourismus- und Congress-GmbH (TCF). Eine Ampel in der Kommandozentrale springt bei 4000 auf Orange und bei 5000 auf Rot. Am Freitag wurden 4500 erreicht. „Wir haben jede Menge getestet und auch Leute geimpft“, sagt Ines Philipp. Wird die Ampel am Samstag rot? Bleiben Sie dran!

Es gibt Pommes. Entweder bei „Das Original – Fritten King“ oder bei „Zoe’s Pommes – das Original“. Das Riesending „Propeller“ lässt nur Menschen mit Körpergrößen zwischen 140 und 200 Zentimetern ein, was zum Glück auf viele Dippemessfans zutrifft. Man stelle sich vor, es dürften nur Personen zwischen 700 und 900 Zentimetern mitpropellern!

Schausteller in Corona-Krise: „Wir sind so froh, dass wir überhaupt wieder loslegen können“

Louis Vespermann in der Wurfbude „Las Vegas Golden Cans“ hat Corona-Mehraufwand. Desinfizieren, Maske, dies, das, aber hey: „Das hier ist unser erster Markt seit Weihnachten 2019. Wir sind so froh, dass wir überhaupt wieder loslegen können.“

… aber dann steht alles zur Verfügung, was Vergnügen macht. Alle immer in dieselbe Richtung, bitte. Einbahnstraßenregelung.

Aha: Es gibt auch noch einen großen Autoscooter. Den erreicht man später auf der Einbahnstraßenrunde. Drüben, in den 62 Meter hohen „Gladiator“, dürfen nur Menschen ohne Schwangerschaft, Herzbeschwerden, Höhenangst, Alkohol, Drogen – und ohne Corona. Am Ende lässt sich die bange Frage „Kann ich eine weitere Runde machen?“ mit einem klaren Ja beantworten. Abgesehen davon steht am Ausgang tatsächlich fest: Es gibt keine Dippe auf der Dippemess. Überhaupt keine. Die darauf angesprochene Polizeistreife weigert sich, deswegen einzuschreiten. Skandal.

Dippenlose Dippemess? „Wir sind nicht mehr die einzige Chance im Jahr“

Liegt auch das an Corona? Nein, sagt Ines Philipp, die Nachfrage nach Töpfen sei einfach eingebrochen. „Dippe kann man das ganze Jahr in der Altstadt kaufen – wir sind nicht mehr die einzige Chance im Jahr.“

Wie steht’s mit der roten Ampel? „Für 20 Minuten mussten wir zumachen, sonst gab es gleichmäßigen Ab- und Zulauf.“ Und insgesamt, das erste Dippemess-Wochenende seit Urzeiten? „Es ist ganz, ganz schön“, schwärmt die TCF-Sprecherin, „für die Schausteller und für uns auch, endlich wieder Rummelluft schnuppern.“ Die langen Wartezeiten seien nur der Beweis für eines: „Die zeigen, dass die Leute Lust haben.“ (Thomas Stillbauer)

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