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Wirtschaftsförderung

Frankfurt: Digitalindustrie ist Krisen-Gewinner

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Die Wirtschaftsförderung Frankfurt zieht Bilanz eines „außergewöhnlichen Jahres“ 2020. Neben vielen Verlierern gibt es auch einige Branchen, die von der Pandemie profitieren konnten.

Internationalität, Verkehrsknotenpunkt, Messe – vieles von dem, was Frankfurt auszeichnet, litt im Corona-Jahr 2020 besonders. Internationale Touristinnen und Touristen blieben weg, der Flughafen musste runterfahren, die Messe konnte kaum Veranstaltungen ausrichten. Alles das findet sich auch im Jahresbericht der Wirtschaftsförderung (Wifö) wieder, den Geschäftsführer Oliver Schwebel gemeinsam mit Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) am Dienstag vorstellte.

Über 100 000 Beschäftigte waren im Jahr 2020 zeitweise in Kurzarbeit – laut Schwebel sind das im nationalen Vergleich prozentual die meisten. Die Zahl der Tagespendlerinnen und -pendler von normalerweise rund 400 000 sei drastisch eingebrochen, was auch dem Einzelhandel das Leben noch schwerer machte.

Ohnehin erlebe der Handel aktuell den „krassesten Wandel, den es jemals gab“, sagte Frank. Für die Innenstädte und die Stadtteilkerne bedürfe es neuer Ideen und einer anderen Durchmischung. „Was spricht dagegen, dort Handwerk und Manufakturen anzusiedeln?“, fragt der Dezernent und lässt es sich nicht nehmen, darauf zu verweisen, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt mit jedem Verkehrsmittel gewährleistet bleiben müsse.

WIFÖ

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt ist ein Tochterunternehmen der Stadt. Sie wurde 1987 gegründet und hat derzeit 51 Beschäftigte - so viel wie noch nie zuvor. Die Wifö sieht sich als Ansprechpartner bei Standortangelegenheiten und Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Jahresbericht 2020 mit den repräsentativ wichtigsten Meilensteinen, Veranstaltungen und Projekten der Wifö kann auf der Website frankfurt-business.net heruntergeladen werden. hsr

Das größte Problem, das die Wifö sieht, sind unterdessen die fehlenden Gewerbeflächen. Immer mehr Unternehmen siedelten sich im Frankfurter Umland an, weil sie in der Stadt nicht fündig würden. „Flächen für Schulen und Wohnraum dürfen nicht auf Kosten von Gewerbeflächen gehen“, fordert Schwebel, und Frank betont, wenn keine neuen Gewerbeflächen ausgeschrieben würden, sei die Stadt nicht zukunftsfähig.

Doch Schwebel kann auch positive Entwicklungen berichten: So sei die Digitalindustrie, mit dem weltweit größten Internetknoten in Frankfurt, ein „Gewinner der Krise“. Sie habe ein Wachstum des Datenvolumens von mehr als 50 Prozent verbuchen können. Die ausländischen Direktinvestitionen – die laut Schwebel hauptsächlich in den Ausbau der digitalen Infrastruktur geflossen sind – verdreifachten sich. Und auch Lieferservices und Onlinehandelsplattformen hätten von der Pandemie profitiert.

Auch die Wifö selbst habe ihre Arbeit angesichts der Entwicklungen komplett umgestellt: Unternehmen bekamen Unterstützung beim Beantragen von Hilfsprogrammen, statt Ansiedlungs- wurden Krisengespräche geführt.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanziert Schwebel. „Aber jetzt müssen wir wieder durchstarten.“

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