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Frankfurt: Digitales Coaching für Apps und Hardware

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Von: Steven Micksch

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Eine Seniorin hält ihr Smartphone in den Händen.
243788334.jpg © dpa/(Symbolbild)

Die FR-Altenhilfe fördert ein Projekt des Frankfurter Verbands, das älteren Menschen bei Technikfragen hilft.

In das Café Anschluss in der Hansaallee 150 in Frankfurt kommen Menschen, die Probleme mit ihrem Computer, dem Laptop oder auch Tablet oder Smartphone haben. Egal ob nach dem Update plötzlich alles anders aussieht oder die neuinstallierte App zu schwierig ist – bei fast allen Fragen können die ehrenamtlichen Helfer des Angebots vom Frankfurter Verband auch Antworten bieten. In der Regel kommen ältere Menschen, um Rat zu suchen.

Doch was, wenn man nicht in die Hansaallee kommen kann? Weil die Mobilität nicht mehr gegeben ist oder weil eine Pandemie wütet, die es nötig macht, Kontakte zu minimieren. Vor dieser Frage standen auch Peter Gehweiler und sein Team zu Beginn der Corona-Pandemie. Hilfe bekamen sie von der Altenhilfe der Frankfurter Rundschau. Diese gab nach Bewilligung des Antrags zum „Digitalen Coaching“ 2700 Euro.

„Wir haben das Geld genutzt, um uns drei Lizenzen des Programms Anydesk zu kaufen“, sagt Peter Gehweiler, der Leiter des für das Café zuständigen Fachbereichs. Mit dieser Software ist es möglich, sich auf das Gerät des Hilfesuchenden aufzuschalten und den Bildschirm zu sehen. Dadurch können sich die Helfenden ein exaktes Bild des Problems machen und den Senior:innen Schritt für Schritt helfen. Alles was die dafür tun müssen, ist eine kostenfreie Version von Anydesk herunterzuladen. „Auch dabei helfen wir schon am Telefon.“

Für jedes Gespräch sind 90 Minuten eingeplant. So können sich die Helfer:innen ausreichend Zeit für die Probleme nehmen. Das Ganze Projekt ist als Peer-to-Peer angelegt. Bedeutet, dass in der Regel ältere Menschen den älteren Menschen helfen. Laut Gehweiler hat das den Vorteil, dass die Helfenden geduldiger sind und ihre Anweisungen oder Erklärungen nicht zu schnell machen. Nichtsdestotrotz sind es aber auch jüngere Menschen, die sich als Helfer:innen engagieren. Insgesamt gibt es 20 Helfende im Café Anschluss.

Das Gros der Ratsuchenden ist 65 Jahre und älter, so Gehweiler. Der Fachbereichsleiter erinnert sich noch an eine 95-Jährige, die sich während der Pandemie Skype einrichten wollte, um mit ihrer Verwandtschaft zu telefonieren.

Gehweiler ist froh, dass die Lizenzen angeschafft wurden, auch wenn der Bedarf in den zurückliegenden Sommermonaten nicht groß war. „Es ist gut, das Angebot für den Herbst und Winter zu haben.“ Falls die Infektionszahlen wieder stark steigen würden, könne man auf das bewährte System zurückgreifen. Und auch für Menschen, die nicht mehr so mobil sind, sei es eine gute Alternative.

Wer Hilfe im Café Anschluss sucht, sollte am besten einen Termin vereinbaren. Die Einrichtung ist montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Die Telefonnummer lautet 069/29 98 07 23 50. Übrigens sucht das Café auch weiterhin Helfer:innen, besonders jene, die sich mit dem Apple-Betriebssystem iOS auskennen.

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