Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Modell eines Gartenhauses in der Ausstellung „Frankfurter Gartenlust“. Nur Reiche konnten sich diese Häuser leisten. Foto: Christoph Boeckheler
+
Das Modell eines Gartenhauses in der Ausstellung „Frankfurter Gartenlust“. Nur Reiche konnten sich diese Häuser leisten.

Kultur in Frankfurt

Frankfurt: Die Stadt und ihr Grün

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
    schließen

Das Historisches Museum in Frankfurt eröffnet die neue Ausstellung „Frankfurter Gartenlust.“

Der Spaziergang in einem der vielen Frankfurter Parks gehört in der Corona-Pandemie zu den kleinen Fluchten des Alltags. Er ist keine Selbstverständlichkeit. Öffentliche Grünflächen gibt es in der Stadt erst so richtig seit Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Stadtbefestigung geschleift wurde und die Wallanlagen im Stil eines englischen Landschaftsgartens entstanden. Welche Bedeutung das Grün in der Stadt damals hatte und heute hat, das beleuchtet die Ausstellung „Frankfurter Gartenlust“, die jetzt im Historischen Museum Frankfurt zu sehen ist.

„Unser Museum ist bis Sonntag geöffnet“, sagte Museumsdirektor Jan Gerchow gestern bei der offiziellen Eröffnung der neuen Ausstellung und lud dazu ein, vor der erneuten Corona-bedingten Schließung der Museen die Zeit zu nutzen und sich von der „Frankfurter Gartenlust“ begeistern zu lassen. Die Schau erkundet die Entwicklung der städtischen Parkanlagen seit dem 18. Jahrhundert aus unterschiedlichen Perspektiven und erörtert die Bedeutung des städtischen Grüns für die Lebensqualität der Bürger:innen dieser Stadt.

Ein Doppeljubiläum ist der Grund, warum das Historische Museum das Grün in der Stadt gleich in drei aufeinander bezogenen Ausstellungen zum Thema macht, wie Gerchow erläuterte. Der Palmengarten feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen, und der Frankfurter Grüngürtel wurde vor 30 Jahren als einer der ersten städtischen Grüngürtel der Welt mit einer Verfassung begründet.

Ausstellungen

Unter dem Titel „Die Stadt und das Grün“ zeigt das Historische Museum Frankfurt, Saalhof 1, drei thematisch zusammenhängende Ausstellungen.

„Frankfurter Gartenlust“ , die größte der drei Ausstellungen, öffnet heute. Sie kann voraussichtlich noch bis einschließlich Sonntag, 28. März, besucht werden. Danach muss das Historische Museum wegen des Shutdowns bis zum 18. April schließen. Die Schau wird bis zum 29. August zu sehen sein.

„Umwelt, Klima und Du“ , eine interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 15 Jahren, sollte am Gründonnerstag, 1. April, eröffnet werden. Sie wird nach Ende des Shutdowns bis zum 24. Oktober im Jungen Museum des Historischen Museums zu sehen sein.

„Gärtnern Jetzt!“ , eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit mehr als 50 Gärtner:innen entstanden ist, ist vom 28. April bis zum 10. Oktober im Stadtlabor des Museums zu sehen.

Zu den Ausstellungen bietet das Historische Museum ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm an. Am Mittwoch, 9. Juni, 19 Uhr, wird beispielsweise die Journalistin Christiane Habermalz aus ihrem Buch „Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ lesen. Ein Überblick über alle Veranstaltungen findet sich im neuen Museumsmagazin „Schneekugel“, das im Museum und anderen Kultureinrichtungen erhältlich ist.

Daneben bietet das Museum das Buch „Frankfurter Gartenlust. Ein Lesebuch“ zu den Ausstellungen an, in dem 38 Autor:innen über die Stadt und das Grün nachdenken. Es ist im Museumsshop erhältlich. lad

www.historisches-museum-frankfurt.de/gartenlust

Die „Frankfurter Gartenlust“, die jetzt eröffnet wurde, ist mit rund 300 Exponaten die größte der drei Ausstellungen. Daneben wird bis 24. Oktober im Jungen Museum des Historischen Museums die Ausstellung „Umwelt, Klima & Du“ zu sehen sein, die Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 15 Jahren dazu einlädt, Themen wie Klima und Biodiversität zu erforschen. Am 28. April öffnet im Stadtlabor die Ausstellung „Gärtnern Jetzt!“. Sie entstand in Zusammenarbeit mit mehr als 50 Gärtner:innen.

Mit der Ausstellungs-Triade will das Historische Museum ein breites Publikum für ein Thema begeistern, das gerade jetzt in der Pandemie, in der die Menschen die meiste Zeit des Tages in Räumen eingesperrt sind, an Wertschätzung gewinnt: die Möglichkeit, Parks als Sportanlagen und soziale Treffpunkte nutzen zu können.

Wobei die Nutzung des städtischen Grüns sich über die Jahrhunderte änderte, wie die „Frankfurter Gartenlust“ zeigt. Die kulturgeschichtliche Schau ist in sieben Abschnitte gegliedert. Sie beginnt im 18. Jahrhundert als das aufkommende Bürgertum die Lust an erlesener Gartenkunst entdeckte. Sie blieb den Reicheren vorbehalten, Ärmere mussten schon vor die Tore der Stadt wandern, wenn sie der Enge ihrer Quartiere entfliehen wollten. Als die Wallanlagen 1812 angelegt waren, nutzten die Frankfurter sie zum Lustwandeln. „Spazieren gehen mussten sie erst lernen“, erzählt Kuratorin Nina Gorgus, die die Idee zu dieser Ausstellung hatte. Vor dem Flanieren galt es grundsätzliche Dinge abzuklären. Darf ein unverheirateter Mann mit einer ledigen Frau flanieren. Wer grüßt wen? Was schickt sich?

Ende des 19. Jahrhunderts flanierten die Menschen nicht mehr um kunstvoll angelegte Blumenbeete. In neuen Anlagen wie dem Lohrberg oder dem Huthpark durften sie erstmals die Wiesen betreten und dort Picknicks machen, in Licht- und Luftbädern konnten sie Sonne tanken. Wenn auch die Nutzung sich änderte, so gibt es Konstanten in der Geschichte des städtischen Grüns. Beispielsweise die Konflikte mit Kleingärtnern, die ihre Gärten nicht für den Bau von Häusern oder Straßen hergeben wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare