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„Die Demokraten wollten kein Gedöns“, erläuterte OB Peter Feldmann den FR-Leser:innen.
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„Die Demokraten wollten kein Gedöns“, erläuterte OB Peter Feldmann den FR-Leser:innen.

Paulskirche

Frankfurt: Die Paulskirche und die Renovierung der Demokratie

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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OB Peter Feldmann führt Zeitungsleserinnen und -leser durch die Paulskirche. Der Nachmittag beginnt mit einer Überraschung.

Der OB hat gleich eine Überraschung dabei: Es geht zum Auftakt nicht in die Paulskirche, sondern ins städtische Weingut. Aber der Umweg ist nicht weit – das Ziel liegt schräg über die Straße im Keller des Rathauskomplexes. „Weinprobe?“, fragt eine der Teilnehmerinnen erfreut.

Kann man so sagen. Es gibt je ein Glas Sekt für die Leserinnen und Leser, die bei ihrer Tageszeitung eine Führung mit dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gewonnen haben. Ziel ist hauptsächlich die Paulskirche, aber eben auch das Weingut. Bei Sekt und Laugenstangen berichtet der Gastgeber, wie lange der Wein schon die Stadt begleitet – länger noch als der Ebbelwei, der sich erst nachhaltig festsetzte, als die Reblaus die Weinstöcke fraß.

Dass Frankfurt schon immer die Stadt des Handels und auch der Offenheit war, erfahren die etwa 20 Besucherinnen und Besucher vor dem Wandbild mit der jahrhundertealten Hafensituation. Dass alle Frankfurterinnen und Frankfurter eine Migrationsgeschichte haben, und dass die Mischung uns schon immer guttat.

Renate und Klauspeter Semich sind mit dabei. „Wir wollen die Paulskirche mal genauer sehen und auch etwas über die Pläne für das Demokratiezentrum erfahren“, sagt er. Generell sei er sehr für den Plan, aber: wohin damit? Auf den Paulsplatz? „Wir haben doch ohnehin so wenig schöne Plätze in Frankfurt.“

„Die Paulskirche sagt jedem was, auch außerhalb von Frankfurt“, sagt Klaus Schwarz und freut sich auf die Führung. „Demokratie braucht ein Bewusstsein“, sagt er, „das ist heute wichtiger denn je. Vielen fehlt dafür inzwischen das Verständnis.“ – „Hier wurden Grundsteine der Demokratie gelegt“, sagt Leserin Birgit Mrugalla.

In der Tat, sagt Feldmann, als die Gruppe in der Paulskirche ankommt, Frankfurt sei die Demokratiehauptstadt. Mit dem Kämpfen hätten es die Frankfurter nie so sehr gehabt, blickt er zurück. Die Idee mit der Verständigung, mit der Paulskirche und der Demokratie habe also nahegelegen: „Dass das hier entstanden ist, ist kein Zufall.“

Der Rundgang führt in den „neuen VIP-Raum“, in dem schon die Queen und Kennedy vor ihren Auftritten entspannten, und in den „alten VIP-Raum“ – beide an Kargheit kaum zu überbieten: „Die Demokraten wollten kein Gedöns.“

Der Paulskirchensaal selbst, daraus macht Feldmann keinen Hehl, ist renovierungsbedürftig. „Für das nationale Monument der Demokratie … schwierig.“ Die Leute fotografieren einander dennoch am Redepult. Wenn sie schon mal da sind.

Die Renovierung des Hauses steht an, auch die Renovierung der Demokratie, etwa mit einem geplanten Jugendparlament und mit dem besagten Zentrum. Der OB zeigt ein paar Orte, an denen es entstehen könnte, auf einem nahegelegenen Parkplatz etwa, oder doch auf dem Paulsplatz? Viele Fragen sind noch offen, besonders jene nach dem Zeitpunkt der Fertigstellung. Zu Bausachen gebe er grundsätzlich keine Zeitschätzungen ab, sagt der OB, und alle lachen mit ihm. Auch zum Schauspiel, die nächste Frage der Gäste, mag er sich auf keine genaue Prognose festnageln lassen, aber was die Demokratie angeht, da schon: „Die Paulskirche ist und bleibt das Zentrum der Demokratie, nicht nur für Frankfurt, auch für die Bundesrepublik.“

Und der Zeitungsreporter bittet um Pardon für seine falsche Prognose, dieser Text werde schon in der Donnerstagausgabe erscheinen.

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