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Frankfurt: Die Naxoshalle in Schwarz-Weiß

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Von: Andreas Hartmann

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Neu auf Naxos, ein Stück von Kleist.
Neu auf Naxos, ein Stück von Kleist. © Seweryn Zelazny

Michael Weber inszeniert in der Naxoshalle in Frankfurt Heinrich von Kleists „Die Verlobung in St. Domingo“.

Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ ist ein eigenartiges Ding, keineswegs ein Lustspiel à la „Zerbrochener Krug“, sondern eine Geschichte voller Blut, Sex und Wut, die um 1800 auf der Karibikinsel Hispaniola spielt „in einer Zeit, da die Schwarzen die Weißen erschlagen“, wie es Regisseur Michael Weber vom Theater Willy Praml formuliert.

Weber hat für die Bühne in der Naxoshalle aus der Erzählung das Theaterstück „Schwarz/Weiß“ gemacht. Kleist gilt ja immerhin als einer der großen deutschen Klassiker – ob da die vielen „N-Wörter“ beim Publikum heute wohl ein gewisses Konfliktpotenzial haben? Kleists spröder, aber kunstvoller Text erschien erstmals 1811 und handelt von einem Sklavenaufstand während der französischen Revolution. Regisseur Weber hat das Kleist’sche Original weitgehend in Ruhe gelassen. „In der Novelle gibt es sehr viel wörtliche Rede, und das Ensemble übernimmt auch die Prosa-Passagen“, sagt er.

An der Produktion hat das Theater Willy Praml lange gearbeitet. Premiere hätte schon vor einem Jahr sein sollen, alles war komplett fertig und geprobt, auch das gewaltige, natürlich schwarz-weiße Bühnenbild, das die ganze Größe der riesigen Naxoshalle nutzt.

Der Corona-Lockdown machte dem Ensemble damals einen Strich durch die Rechnung. Am Freitag, 28. Januar, ist nun die verspätete (ausverkaufte) Premiere. Für die weiteren Vorstellungen dieses wütenden, rasenden Spiels gibt es aber noch Karten.

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