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Frankfurt: Die kostbare Krippe der Leonhardskirche

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Von: Andreas Hartmann

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Die wertvolle neapolitanische Krippe der Frankfurter Leonhardskirche. Bild: Christoph Boeckheler
Die wertvolle neapolitanische Krippe der Frankfurter Leonhardskirche. Bild: Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

Meiterhaft und fantasievoll: Frankfurts schönste Krippe, in der Barockzeit in Neapel entstanden, ist wieder zu sehen

Aus Italien kommen seit Jahrhunderten viele wunderbare Dinge – ein echter Exportschlager der Stadt Neapel ist heute vielleicht nicht mehr ganz so bekannt wie vor 200 Jahren, lässt uns aber gerade vor Weihnachten wieder staunen, wenn wir dieser Tage die Frankfurter Leonhardskirche besuchen. Dort hat Bettina Schmitt vom Dommuseum wieder die kostbare Krippe der Kirche aufgebaut, sehr sorgfältig und mit großer Behutsamkeit.

Denn das Ensemble aus Holz, Ton, Draht und kostbaren Stoffen, im 18. Jahrhundert mit viel Fantasie in der Stadt am Vesuv hergestellt, ist etwas ganz Besonderes. Rund 40 Figuren umfasst die Krippe, natürlich das Jesuskind, Hirten und Hunde, Mägde und Engel, Esel und, nein, nicht Ochs, sondern Kuh, und noch einiges mehr. Noch fehlt das Jesuskind, es wird ganz passend erst an Heiligabend in sein Krippenbettchen gelegt.

In Neapel selbst sind Krippen mit mehreren Hundert Figuren erhalten, da scheuten sich die neapolitanischen Künstler-Handwerker damals nicht einmal, Wirtshausszenen zu zeigen, Rauferei und Huren inklusive. Ganz so deftig ist die wunderbare Frankfurter Krippe aber dann doch nicht. Vor einigen Jahren wurden die barocken Figuren, vor allem die prachtvollen Gewänder, sehr aufwendig restauriert.

Wie kam das wertvolle Ensemble hierher? „Wer die ursprünglichen Besitzer waren, ist leider unbekannt“, sagt Schmitt. Vermutlich kaufte ein Bonner Kunsthändler die Krippe in den 1920er Jahren in Italien und verkaufte einige der Figuren mitten im Zweiten Weltkrieg an den Pfarrer der Leonhardskirche. Der überwiegende Teil kam erst im Jahr 2000 als Erbschaft der verstorbenen Olympiasiegerin im Dressurreiten, Liselott Linsenhoff, nach St. Leonhard.

Wunderbare Details: Eine Hirtin aus der Krippe der Leonhardskirche. Bild: Christoph Boeckheler
Wunderbare Details: Eine Hirtin aus der Krippe der Leonhardskirche. Bild: Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

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