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Frankfurt: Die Geschichte des Palais des Terrors

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Von: Andreas Hartmann

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Das Haus in der Lindenstraße 27 in Frankfurt war während der NS-Zeit der Sitz der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei.
Das Haus in der Lindenstraße 27 in Frankfurt war während der NS-Zeit der Sitz der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei. © FRFOTO

Die Historikerin Andrea C. Hansert berichtet von ihren Forschungen zum „Haus der Gestapo“ im Frankfurter Westend.

Viele Orte in Frankfurt, an denen nationalsozialistische Verbrechen geschahen, sind heute stark verändert oder ganz verschwunden. In der Lindenstraße 27 aber hat ein Gebäude den Krieg und die Abrissorgien der Nachkriegszeit erstaunlich unbeschadet überstanden, das fast schon symbolisch für die NS-Untaten stehen kann. Die Frankfurter Historikerin Andrea C. Hansert hat dessen Geschichte in einem vor kurzem erschienenen Buch erforscht und berichtet am Mittwochabend darüber.

Vortrag wird live übertragen

Zum Vortrag in der Evangelischen Akademie, Römerberg 9, am Mittwoch, 26. Januar 2022, 19 Uhr, kann man sich heute noch anmelden beim Kuratorium Kulturelles Frankfurt unter Tel.: 069/78 98 89 80, oder kkf@kulturellesfrankfurt.de. Die Akademie überträgt den Vortrag auch live ohne Anmeldung: https://youtu.be/SActUYOS1pA.

Das prunkvolle Palais im Stil der italienischen Renaissance, 1897 im vornehmen Frankfurter Westend erbaut, gehörte der Cronstetten-Stiftung, die in den 1930er Jahren gezwungen wurde, ihre Immobilie an die Gestapo zu verkaufen. Diese richtete darin ihre Frankfurter Zentrale ein. Dort wurden Regimegegner verhört und die Deportationen der Frankfurter Jüdinnen und Juden geplant. Viele Schicksale von Tätern und Opfern lassen sich rekonstruieren.

Nach dem Kriegsende 1945 residierte hier bis 1952 der Frankfurter Oberbürgermeister, da der Römer zerstört war. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau nutzte das Gebäude, das 1950 an die Cronstetten-Stiftung zurückgegeben worden war. Wäre Frankfurt, wie Ende der 1940er Jahre geplant, bundesdeutsche Hauptstadt geworden, wäre das ehemalige „Haus der Gestapo“ zum Sitz des Bundespräsidenten geworden.

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