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Die Grünanlage zwischen Zeil und Allerheiligentor ist in die Jahre gekommen.

Wallanlagen

Die Friedberger Anlage soll schöner werden

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Die Stadt will zunächst den Abschnitt zwischen Allerheiligentor und Zeil neu bepflanzen, Wege ordnen sowie Spielflächen modernisieren. Schrittweise soll die gesamte Friedberger Anlage auf Vordermann gebracht werden.

Die Friedberger Anlage in den Wallanlagen ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Die Stadt will die 54 000 Quadratmeter große Grünanlage zwischen Allerheiligentor und der Straße Friedberger Tor in mehreren Schritten in den kommenden Jahren auf Vordermann bringen. Los geht es zwischen Allerheiligentor und Zeil, auf einer Fläche von rund 11 700 Quadratmetern.

Unterschiedliche Arbeiten sind geplant: Zum einen sollen die vielen Wege neu gestaltet werden, erklärt Silke Schweizer-Renkel vom Grünflächenamt bei der Vorstellung in der Sitzung des Ortsbeirats 1 am Dienstag. Man wolle die Führung mit zwei Hauptwegen erhalten, vereinzelt Trampelpfade zu Wegen aus-, andere zurückbauen. Ein durchgehender Weg wird mit dem für die Wallanlagen typischen Porphyrpflaster ausgebaut, die anderen mit einer wassergebundenen Decke versehen. Dirk Schneider, Kinderbeauftragter des Gallus, möchte wissen, ob die Wege verbreitert werden. Denn es sei oft sehr eng, wenn Radfahrer und Fußgänger aneinander vorbei wollten.

Die Hauptwege seien zwischen 3 und 3,5 Metern breit, die anderen 2 bis 2,5, erklärt Schweizer-Renkel. Man müsse Rücksicht auf die Baumwurzeln nehmen. Könne man nicht eine Spur auf der Straße Friedberger Anlage für Radfahrer nehmen, schlägt Falko Görres (Die Partei) vor. Das würde sie sich auch wünschen, sagt Schweizer-Renkel, dies sei aber nicht die Aufgabe ihres Amtes.

Mehrere neue Bäume würden gepflanzt, die Bestandsbäume blieben erhalten - rund 75 Stück. Darunter sind schöne alte Exemplare, wie Flügelnuss und Rosskastanie aus dem Jahr 1910. Wiesen- und Rasenflächen werde man neu anlegen und Sträucher ergänzen.

Gegenüber der Gedenkstätte Hochbunker, am Ort der ehemaligen Synagoge, sind Staudenflächen geplant, um den Platz zu betonen. Außerem wird das Heine-Denkmal, das noch in der Taunusanlage steht, nordwestlich der ehemaligen Synagoge aufgestellt, so Schweizer-Renkel. Das sei bereits vor Jahren mit den Denkmalämtern und Vertretern der Initiative 9. November festgelegt worden.

Aus dem Spielplatz soll eine Fitnessanlage für Erwachsene werden.

„Der Spielplatz ist sehr unattraktiv“, sagt Schweizer-Renkel, dort stünden nur noch zwei Spielgeräte. Stattdessen wolle man eine Fitnessanlage für Erwachsene jeden Alters anlegen - mit Calisthenicsgeräten oder einem Schultertrainer. Dirk Schneider kritisiert, dass die Spielgeräte ohne Ersatz verschwänden. In der Nähe gebe es zwei weitere Spielplätze, entgegnet Schweizer-Renkel, einer nur etwa 160 Meter entfernt, ebenfalls in der Friedberger Anlage und ein weiterer in der Obermainanlage, 250 Meter entfernt.

Der Bolzplatz sei nach dem Regen ebenfalls nicht mehr nutzbar. Er erhält einen Kunststoffbelag, neue Tore und Ballfangzäune. Die Beleuchtung möchte die Stadt ebenfalls komplett erneuern. Die Hauptwege sollen mit Leuchten versehen werden, so wie sie schon in der Gallus- und Obermainanlage verwendet wurden.

Man habe einen Kompromiss gefunden, um den historischen Bestand und Denkmalschutz zu wahren und an die heutigen Anforderungen anzugleichen, sagt Schweizer Renke. Die Gesamtkosten schätzt die Stadt auf 1,75 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Juni 2021 geplant, vorher muss noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Die Friedberger Anlage ist Teil der 200 Jahre alten Wallanlage, die sich fünf Kilometer durch die Stadt zieht. Mehrfach wurde sie aufgewertet, zuletzt wurde sie in den 80er Jahren modernisiert.

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