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Frankfurt: Die App behält Symptome und Vitaldaten stets im Blick

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Von: George Grodensky

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Ministerin Kristina Sinemus bei der Übergabe des Förderbescheids in Frankfurt.
Ministerin Kristina Sinemus bei der Übergabe des Förderbescheids in Frankfurt. © Staatskanzlei /MinD

Land Hessen fördert Gesundheits-App der Goethe-Uni Frankfurt für HIV-Positive. Nach erfolgreicher technischer Realisierung soll das Angebot auch der Behandlung anderer chronischen Erkrankungen zugute kommen.

Das Land Hessen fördert die Entwicklung der Gesundheits-App Comtrac-HIV der Frankfurter Goethe-Universität mit 891 730 Euro. Zweck der App ist es, die medizinische Betreuung von HIV-Patienten zu verbessern und Therapien weiterzuentwickeln. Bestenfalls soll daraus ein Spin-off entstehen, also ein Unternehmen sich aus der Hochschule heraus gründen.

Bei chronischen Erkrankungen ist es nicht mit einem einzelnen Besuch beim Arzt getan. Sie machen eine enge medizinische Begleitung mit Vor-Ort-Behandlungsterminen und meist eine lebenslange Therapie nötig. Eine kleine Unterbrechung kann schon schlimme Folgen haben. Die App soll den Kontakt erleichtern und eine enge Therapiebegleitung ermöglichen. Zum Beispiel, indem sie kontinuierlich Symptom- und Vitaldaten übermittelt. Ein Algorithmus kontrolliert die Parameter und schlägt Alarm, wenn etwas nicht stimmt.

Erinnerungsfunktionen erleichtern die Selbstkontrolle. Zusätzlich sind die Patientinnen und Patienten stets an das Behandlungszentrum angebunden, damit eine schnelle Intervention durch medizinisches Fachpersonal und niedrigschwellige telemedizinische Interaktion möglich sind – per Chat oder Videotelefonie.

Ausweitung geplant

Zudem werden neue Daten und medizinische Erkenntnisse aus den Therapien erfasst, die sie verbessern können. HIV stelle nur den ersten Anwendungsfall dar, erläutern die Unikliniken. Bei erfolgreicher technischer Umsetzung sollen künftig weitere chronische Erkrankungen, etwa Diabetes, integriert werden.

„Mithilfe von künstlicher Intelligenz die Gesundheit von chronisch kranken Patientinnen und Patienten zu verbessern, ist genau das, was Digitalisierung tun soll: dem Menschen dienen“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) bei der Übergabe des Förderbescheids am Dienstag. Deutschlandweit gebe es keine vergleichbare Gesundheits-App, lobte sie.

Schlussendlich soll Comtrac-HIV eine digitale Gesundheitsanwendung werden. Das sind Gesundheits-Apps, die per Rezept verordnet werden können, wenn sie nachweisbar nutzen.

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