1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Die Apotheken impfen mit

Erstellt:

Von: George Grodensky

Kommentare

Auch die Einhorn-Apotheke in Darmstadt bietet nun Coronaimpfungen an.
Auch die Einhorn-Apotheke in Darmstadt bietet nun Coronaimpfungen an. © epd

Noch ist die Beteiligung verhalten. Vor allem bereiten sich die Apothekerinnen und Apotheker auf die nächste Coronawelle vor.

Der Auftakt verläuft ohne Tusch. Seit Dienstag, 8. Februar, dürfen in Hessen Apothekerinnen und Apotheker Corona-Schutzimpfungen verabreichen. Vorerst beteiligen sich aber nur wenige. 114 der knapp 1400 Apotheken in Hessen haben die nötigen Voraussetzungen geschaffen. Weitere werden folgen, sobald sie die Schulungen abgeschlossen haben. Das heißt nicht, dass sie dann gleich loslegen. Der Andrang der Impfwilligen ist derzeit nicht so groß, als dass ihn Arztpraxen oder Impfzentren nicht bewältigen könnten.

„Die Apotheken möchten aber vorbereitet sein“, sagt Katja Förster, Sprecherin des Hessischen Apothekerverbands. Falls sich doch wieder eine Situation einstellt, wie im vergangenen November, als sich lange Schlangen vor den Impfzentren bildeten. Das Zusatzangebot der Apotheken soll auch niederschwellig Menschen erreichen, die womöglich keinen Hausarzt haben oder etwas weiter vom Impfzentrum weg wohnen.

Das trifft etwa auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Frankfurter Stadtteils Seckbach zu. Ungezählte Hausärzte gibt es am Stadtrand auch nicht, darum bietet ab kommender Woche die Lohrberg-Apotheke Impfungen an. Die Titus-Apotheke im Heddernheimer Nordwestzentrum impft seit Montag. Inhaber David Sheel sagt, im Viertel lebten viele Migranten, die keinen Hausarzt hätten. Sein Team könne mehrsprachig beraten.

Niederschwellig bedeute nicht, dass im Vorbeigehen geimpft werde, stellt Katja Förster klar. Wie beim Arzt oder im Impfzentrum gibt es ein Beratungsgespräch vorab. Im Zweifel verweisen die Apotheker:innen an Arzt oder Impfzentrum.

Sie haben dafür mehrere Schulungen hinter sich. Beratung, Theorie, Praxis, Erste Hilfe. Alle müssen einen Ruheraum mit Liege anbieten, nur im schlimmsten Fall muss der Notarzt anrücken. Ein Puzzle, das jede Apotheke selbst lösen muss, ist, wie sie genügend Abnehmer für die Impfdosen findet. Die Behältnisse enthalten mehrere Dosen, die schnell (innerhalb von 19 Stunden) aufzubrauchen sind.

Miriam Oster, Inhaberin der Columbus-Apotheke in Oberursel, lässt es darum langsam angehen. Zunächst beschränkt sie das Impfangebot auf die beiden Markttage Mittwoch und Samstag. „Da sind viele Menschen in der Stadt.“ Zum Einsatz kommt der Impfstoff von Biontech, der hilft Alt und Jung.

Drei Impfwillige haben sich für den Auftakt heute angemeldet, die weiteren Dosen gehen an Laufkundschaft. Vorsichtig rechnet Oster zunächst mit zwölf Impfungen am Tag. Die praktischen Schulungen hat ihr Team bei den Hausärzten in der Umgebung absolviert, was zeigt, dass man einander nicht als Konkurrenz betrachtet.

Oster freut sich richtig über die Möglichkeit zu zeigen, was eine Apotheke alles leisten könne. „Darauf warten wir schon lange“, sagt sie. Apotheken im Ausland seien bereits länger eingebunden, etwa bei Grippeimpfungen. Es sei eine Chance, vor Ort in Erscheinung treten zu können, sagt Oster.

Masken beschaffen, Testzentren eröffnen, jetzt das Impfangebot. Die Apotheken hätten bereits mehrfach ihren Wert im Kampf gegen die Pandemie bewiesen. Das und „die gute Beratung“ seien die Pluspunkte gegenüber der Versandkonkurrenz aus dem Internet.

Impfende Apotheke finden: www.mein-apothekenmanager.de

Miriam Oster, Inhaberin der Columbus-Apotheke in Oberursel, freut sich auf die neue Herausforderung.
Miriam Oster, Inhaberin der Columbus-Apotheke in Oberursel, freut sich auf die neue Herausforderung. © André Kirsch

Auch interessant

Kommentare