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Professor Joachim Curtius erklärt den Klimawandel.
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Professor Joachim Curtius erklärt den Klimawandel.

Klimawandel

Frankfurt: Die Angst der Kinder vor dem Klimawandel

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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„Was passiert mit den Eisbären?“ Eine denkwürdige Vorlesung an der Kinder-Uni zeigt die Angst vor dem Klimawandel so deutlich wie selten.

Am Ende der Vorlesung fragt Viertklässlerin Jara: „Wie beschreibt man den Weltuntergang? Meint man, dann gibt es zu viel Kohlendioxid? Oder meint man, dass plötzlich wieder Dinosaurier auf die Erde kommen?“ Ganz klar: Das Thema Klimawandel bewegt die Kinder wie sonst kaum etwas.

Ob die Klimaerwärmung noch zu stoppen sei, fragen die jungen Studis in der Donnerstagsvorlesung der Kinder-Uni immer wieder. „Was ist, wenn wir sie nicht stoppen können?“, fragt Lukas. „Was machen wir, wenn der ganze Gletscher wegschmilzt?“, sorgt sich Henning. „Was wäre, wenn die Atmosphäre weg wäre?“, fragt Sophie. Und jemand aus den online zugeschalteten Schulklassen: „Was passiert mit den Eisbären?

Die 4b der Grundschule am Riedberg ist diesmal zu Gast im Hörsaal, Hunderte Schulklassen schauen wegen Corona wieder an den Bildschirmen zu. „Klimawandel – die Erde schwitzt“, heißt die zweite und letzte Vorlesung dieses Jahres für Kinder. Klimaforscher Joachim Curtius nimmt das junge Publikum in einem kurzen Film mit auf den Kleinen Feldberg, um den Unterschied zwischen Wetter (ist das, was draußen aktuell passiert) und Klima (ist der Durchschnitt des Wetters) zu erklären.

Klimawandel, sagt er, ist die Art, wie sich dieser Durchschnitt über einen langen Zeitraum verändert. Unter anderem wird es öfter heiß, der Wald brennt, und es gibt Überschwemmungen, was dem armen Erdball auf der Leinwand im Hörsaal auch anzusehen ist: Er leidet. Zwischendurch beantworten die Eintagsstudis Fragen: Was passiert mit dem Sand am Strand, wenn Sonne draufknallt? Wird warm, sagen 100 Prozent. Wie heiß ist kochendes Wasser? 100 Grad – sagen nur 84 Prozent. Gehen wir also davon aus, dass die 100 Grad stimmen, bis womöglich die nächste Kinder-Uni etwas anderes beschließt.

Lange Zeit, fast 2000 Jahre, war die Temperatur auf der Erde ganz in Ordnung, zeigt Professor Curtius seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit einer Grafik. Dann plötzlich: voll heiß. Das geschah genau in der Zeit, als der Mensch immer mehr Sachen erfand, die Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten. Der Welt tut das nicht gut. Was können wir tun, um ihr zu helfen? Weniger Benzinautos fahren, mehr Wind- und Solarenergie nutzen, sagt Curtius. Und dass die Kinder Druck ausüben sollen auf ihre Eltern und auf die Politik, damit die Erwachsenen vernünftig werden.

Es ist eine Vorlesung, wie sie noch nicht häufig zu erleben war in der Kinder-Uni. Die Angst der Kinder vor der Zukunft greifbar wie selten, auch wenn sie gar nicht im Hörsaal sein können – oder vielleicht gerade deshalb. Fast jede Wortmeldung ein impliziter Hilferuf: aufhören, sofort aufhören, die Welt kaputtzumachen. Oder, wie ein Mädchen an die Eingangsfrage anschließt: „Kommen dann in 100 Jahren wieder Dinosaurier?“

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