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Nach dem Ausbau soll die A661 mehr Spuren haben.

Verkehr in Frankfurt

Autobahn A661 im Frankfurter Osten wird breiter

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der vor 40 Jahren beschlossene Ausbau der A661 im Osten von Frankfurt soll nun endlich kommen - mit einigen Änderungen.

Im Auftrag des Bundes treibt das Land Hessen den Ausbau der A661 im Frankfurter Osten voran. Vorgesehen ist der Bau der sogenannten Westfahrbahn zwischen der Anschlussstelle Friedberger Landstraße und dem Autobahndreieck Erlenbruch. Das geht aus den Planänderungsunterlagen hervor, die nun offenliegen. Der Ausbau wurde schon 1980 planfestgestellt, bislang aber nur in Teilen umgesetzt. Seit 1995 fahren die Fahrzeuge auf der sogenannten Ostfahrbahn. Mit dem Ausbau wird die Autobahn streckenweise etwa doppelt so breit.

Vom Platz her wären drei Fahrspuren und ein Standstreifen in jede Richtung möglich. Im Auftrag der Stadt Frankfurt nimmt die Deges GmbH derzeit eine Verkehrsuntersuchung vor, die von je drei Fahrspuren ausgeht. Diese Untersuchung soll die Basis einer möglichen Einhausung der A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße auf 1080 Meter Länge bilden, in der sogenannten Variante L2. Für einen sechsspurigen Ausbau wäre ein weiteres Planänderungsverfahren nötig.

Chronik

1980: Der Bau der A661 wird planfestgestellt, und zwar auf einem Abschnitt nördlich von Preungesheim bis südlich der Hanauer Landstraße, außerdem vom Autobahndreieck Seckbach bis zur Kreuzung Dortelweiler Straße entlang der A66. Es gibt Klagen gegen das Projekt, die Planänderungen zur Folge haben.

1986: Die Straßenüberführung entlang der Seckbacher Landstraße und der Heinz-Herbert-Karry-Straße über die A661 wird geplant, außerdem die 225 Meter lange Galerie Seckbach sowie mehrere Lärmschutzwände.

1989: Der Sofortvollzug der 1. Baustufe wird beschlossen. Die sogenannte Ostfahrbahn mit je zwei Fahrspuren pro Richtung wird bis 1995 gebaut. Lärmschutz wird nur in geringem Umfang berücksichtigt.

1990: Die 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16.BImSchV) tritt in Kraft.

1991: Auf einigen Kilometern wird beidseitig eine sechs Meter hohe und drei Meter zur Fahrbahn hin auskragende Lärmschutzwand errichtet. Das Hufelandhaus bekommt Schallschutzfenster.

2020: Ein weiteres Planänderungsverfahren zum Ausbau der A661 läuft. Es sieht den Bau der Westfahrbahn, einer Direktrampe, eines Verflechtungsstreifens sowie aktiven und passiven Lärmschutz vor. fle

Laut den nun offenliegenden Planänderungsunterlagen, die Hunderte Seiten umfassen, sollen die Fahrzeuge wie gehabt auf zwei Fahrspuren in jede Richtung fahren. Die Spuren sollen 3,50 bis 3,75 Meter breit sein. Hinzu kämen Standstreifen.

Außerdem plant die Straßenbehörde des Landes, Hessen Mobil, eine zusätzliche Fahrspur von der Friedberger Landstraße nach Süden zum Autobahndreieck Erlenbruch, die 3,75 Meter breit sein soll. Sie heißt behördlich „Verflechtungsstreifen“. Immissionsschutzrechtlich sei dieser Verflechtungsstreifen als „durchgehender Fahrstreifen“ einzuordnen, heißt es in den Unterlagen. Der Fahrstreifen mache Lärmschutzwände bei „New Atterberry“ und „An der Festeburg“ nötig.

Ausbau der A661 - steigende Zahl der Anwohner:innen in Frankfurt

Wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht, soll eine sogenannte Direktrampe von der Friedberger Landstraße auf die A661 in südlicher Richtung führen. Sie beginnt an der Friedberger Landstraße auf Höhe des Bodenwegs und geht nach 300 Metern in einen 250 Meter langen Einfädelungsstreifen auf die A661 in Fahrtrichtung Offenbach über.

Der Fuß- und Radweg auf der Friedberger Landstraße, den die Direktrampe zerschneidet, muss neu gebaut werden, vor-aussichtlich mit einer Ampel. Als Grund für den Ausbau der A661 mit Verflechtungsstreifen und Direktrampe wird der Ausbau der A66 mit dem Riederwaldtunnel genannt und der zusätzliche Verkehr durch die steigende Zahl der Anwohner:innen in Frankfurt. Ohne Direktrampe und Verflechtungsstreifen wäre die Autobahn „nicht leistungsfähig“, habe eine Verkehrsuntersuchung ergeben.

Ausbau A661: Direktrampe ist nötig

Zum Schutz der Anwohner:innen vor Lärm bekommt die Strecke größtenteils einen speziellen Asphalt, der die Geräusche um fünf Dezibel mindern soll. Auf den Talbrücken Seckbach und Erlenbruch kann aus statischen Gründen nur ein Belag verlegt werden, der den Lärm um zwei Dezibel verringert.

Lärmschutzwände sind auf insgesamt 2080 Metern vorgesehen. Allein der Bau der Direkt-rampe und des Verflechtungsstreifens erfordert den Angaben zufolge Lärmschutzwände auf 1178 Metern.

So sollen zehn Meter hohe Wände New Atterberry und die Festeburgsiedlung vor Lärm schützen. Für Bornheim und Seckbach sind Lärmschutzwände mit zweieinhalb bis acht Metern Höhe vorgesehen, für den Riederwald solche mit sechs Metern. Die Lärmschutzwände würden die Kaltluftschneisen aber nicht zerschneiden, heißt es. Zahlreiche Wohnungen haben Anspruch auf passiven Lärmschutz, also Lärmschutzfenster.

A661: Bald 80 kmh im Riederwaldtunnel?

Die Höchstgeschwindigkeit auf dem Ausbauabschnitt soll künftig 100 Kilometer pro Stunde betragen. Im Riederwaldtunnel, der von der A66 auf die A661 führt, sollen 80 Kilometer pro Stunde erlaubt sein.

Die Schadstoffgrenzwerte werden den Angaben zufolge nicht dauerhaft überschritten, nur im Berufsverkehr morgens und abends. Die Tierwelt sei nicht derart bedroht, dass ein besonderer Schutz nötig wäre.

Der Bau der sogenannten Alleenspange und des Autobahndreiecks Seckbach wird abgewickelt. Der Wegfall des Alleentunnels wurde schon 2015 beschlossen. Eine Voraussetzung für den Ausbau der A661 ist, dass rund um Frankfurt Abschnitte der A3 auf acht Fahrspuren und Abschnitte der A5 auf acht bis zehn Fahrspuren ausgebaut werden.

Anwohner:innen können bis 5. Februar Einwendungen gegen die Planänderung erheben. Sie sind schriftlich einzureichen bei der Stadt Frankfurt oder dem Regierungspräsidium Darmstadt. Die Planänderungsunterlagen finden sich unter www.uvp-verbund.de, dann nach „BAB 661“ suchen. (Florian Leclerc)

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