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Die A661 soll ausgebaut werden.

Mobilität

Die A661 soll ausgebaut werden

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Unterlagen zum Ausbau der A661 liegen ab Montag aus. Anwohner:innen können bis Anfang Februar Einwendungen erheben.

Wer in der Nähe der A661 wohnt, wird sich für diese Unterlagen besonders interessieren. Die Autobahn 661 soll ausgebaut werden, zwischen Friedberger Landstraße und dem neuen Autobahndreieck Erlenbruch. Erwartet werden zusätzlicher Verkehr und höhere Lärmschutzwände. Die Pläne liegen ab Montag aus.

Wie das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mitteilt, finden sich die Unterlagen, voraussichtlich mehrere Hundert Seiten, im UVP-Portal des Landes Hessen unter www.uvp-verbund.de. UVP steht für Umweltverträglichkeitsprüfung. Das RP Darmstadt veröffentlicht die Pläne auf www.rp-darmstadt.hessen.de, unter Presse/Öffentliche Bekanntmachungen/Verkehr/Straßen. Auch im Frankfurter Stadtplanungsamt liegen die Pläne aus. Bis zum 5. Februar 2021 können Anwohner:innen Einwendungen geltend machen, schriftlich ans RP Darmstadt oder an die Stadt.

Wie schon zuvor bekannt wurde, soll die A661 Verflechtungsstreifen auf weiten Teilen des Abschnitts von der Friedberger Landstraße bis zum Autobahndreieck Erlenbruch bekommen. Das hessische Verkehrsministerium spricht von einem vierspurigen Ausbau. Mit den Verflechtungsstreifen werden es aber faktisch weitgehend sechs Spuren sein, drei in jede Richtung, auch wenn die Spuren anders heißen, Verflechtungsstreifen eben.

Neue Abfahrt geplant

Geplant ist auch, eine neue Abfahrt von der Friedberger Landstraße auf die A661 in Richtung Süden zu bauen. Die 1980 beschlossene Alleenspange und das Autobahndreieck Seckbach sollen abgewickelt werden.

Betroffene Anwohner:innen setzen große Erwartungen in die Offenlage. So geht Karl-Heinz Steiner aus der Siedlung New Atterberry davon aus, dass der Bund die Lärmschutzgrenzwerte, 49 Dezibel nachts und 59 Dezibel tagsüber, künftig einhalten muss. Die vor mehr als zehn Jahren von der Stadt versprochene, aber nie gebaute Lärmschutzwand nahe der Siedlung werde dann nicht kommen, sagt er. Dafür Lärmschutzwände und -fenster, bezahlt vom Bund. Wenn die Planfeststellung für das Autobahndreieck Seckbach aufgehoben werde, sei ein weiteres Baugebiet im Ernst-May-Viertel, „An den Röthen“, möglich. Er erwartet Grundstücksspekulation.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn, Friedhelm Ardelt-Theeck, will sich die Unterlagen ebenfalls anschauen. Ardelt-Theeck kämpft seit 1980 gegen den Ausbau der A661. Er erwartet mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase unter anderem in Bornheim, Seckbach und im Nordend. Der Anhänger einer Mobilitätswende fordert, auf den Ausbau zu verzichten. Ein Ansatzpunkt, gegen die Pläne zu klagen, sei, wenn darin angenommen würde, dass weitere Autobahnen wie die A3 und A5 schon ausgebaut seien, wenn die ausgebaute A661 in Betrieb gehe. „Das, was jetzt als zusätzlicher Lärmschutz geplant ist, haben wir durch unsere Klagen erreicht“, fügt er hinzu.

Zur geplanten Einhausung zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße wird sich nichts in den Unterlagen finden. Die Deges erstellt derzeit eine Verkehrsuntersuchung. Ergebnisse werden laut Stadtplanungsamt im kommenden Jahr erwartet.

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