1. Startseite
  2. Frankfurt

Durchsuchungen beim DFB - Schwere Vorwürfe gegen Ex-Funktionär

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alexander Gottschalk

Kommentare

Beim Deutschen Fußball-Bund gab es Durchsuchungen.
Beim Deutschen Fußball-Bund gab es am Donnerstag (03.03.2022) Durchsuchungen. © osnapix/Imago Images

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ehemaligen Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes.

Frankfurt – In der DFB-Zentrale in Frankfurt gab es am Donnerstagmorgen (03.03.2022) Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft. Laut Angaben der Behörde gab es zudem Durchsuchungen in der Privatwohnung des früheren Funktionärs sowie in Geschäftsräumen von fünf Unternehmen. Zuerst hatte das ZDF von den Hausdurchsuchungen berichtet. „Ein ehemaliger Verantwortlicher des DFB soll im Namen des DFB einen Dienstleistungsvertrag mit einer Kommunikationsagentur geschlossen haben. Aufgrund dieses Vertrags soll der DFB insgesamt 360.000 Euro an die Kommunikationsagentur gezahlt haben“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Bei dem Vertrag soll es sich um einen bloßen Scheinvertrag gehandelt haben.“

Den Namen des früheren Funktionärs nannte die Behörde allerdings nicht. Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue wird auch gegen einen Verantwortlichen der Kommunikationsagentur ermittelt. An den Durchsuchungsmaßnahmen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin und Bremen seien insgesamt rund 70 Beamte beteiligt gewesen.

DFB: Verband erneut im Blickpunkt der Behörden

Damit steht der DFB vor seinem Bundestag am kommenden Freitag in Bonn mit der Wahl des neuen Präsidenten erneut im Blickpunkt behördlicher Ermittlungen. Im November 2021 hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung Unterlagen aus der Zentrale von Sponsor Adidas mitgenommen. Medienberichten zufolge ging es dabei um die Versteuerung von Sachzuwendungen durch den langjährigen DFB-Sponsor zwischen 2015 und 2020.

Im Oktober 2020 waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt.

DFB: Mehrere Steuerverfahren eingestellt

Ende Oktober dieses Jahres stellte die Staatsanwaltschaft das Steuerverfahren gegen den DFB-Interimsboss Rainer Koch aber ein. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes gehört auch der UEFA-Exekutive an. Davor waren bereits die Verfahren gegen die früheren DFB-Spitzenfunktionäre Reinhard Rauball und Helmut Sandrock eingestellt worden. Insgesamt sechs Funktionären war Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen worden.

Vergangenes Jahr ärgerte sich Schatzmeister Osnabrügge über die„Kriminalisierung“ des DFB, gibt Fehler in der Personalauswahl zu, kann aber trotz Corona einen Gewinn von zwei Millionen Euro ausweisen. (dpa)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion