Europäische Schule

Frankfurt: Dezernentin sieht Kaiserlei als Schulstandort wieder im Spiel

  • Sandra Busch
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Die Ausschreibung für eine Multifunktionshalle am Kaiserlei ist gescheitert. Nun drängt Bildungsdezernentin Weber darauf, dort die Europäische Schule zu bauen. Das wollen andere nicht.

Die Ausschreibung für eine Multifunktionshalle am Kaiserlei ist ergebnislos geblieben – „insofern kommt der Kaiserlei wieder als Standort für die Europäische Schule ins Spiel“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montagabend im Ausschuss. Eine Halle nun an einem anderen Standort wie etwa am Flughafen zu bauen, sei realistisch. „Und wenn das möglich ist, dann gibt es für mich keinen anderen Standort für die Europäische Schule als den Kaiserlei.“

Die Stadt ist unter Druck, ein Areal für die in Niederursel angesiedelte Europäische Schule mit ihrer stetig wachsende Zahl von Schülerinnen und Schülern zu finden. Allerdings sehen nicht alle den Kaiserlei als Option. „Wir haben einen einstimmigen Fraktionsbeschluss gegen den Bau der Schule am Kaiserlei“, sagte Birgit Ross (Grüne). „Ein Industriegebiet ist kein adäquater Standort für eine Schule.“ Auch die CDU ist gegen den Kaiserlei. „Wir sprechen uns für die Mainwasen aus“ sagte Sabine Fischer. Auf der Fläche zwischen Sachsenhausen und Oberrad sind derzeit Sportvereine angesiedelt. „Wir sind mit den Vereinen in Gesprächen und es könnte sein, dass ähnliche Flächen für sie zur Verfügung gestellt werden können.“

Vom Tisch ist auf jeden Fall weitgehend die Variante, dass sich die Europäische Schule an ihrem jetzigen Standort auf dem Gelände der benachbarten Ernst-Reuter-Schule erweitert. „Alle haben sich mehr oder weniger dagegen ausgesprochen“, sagte Weber. Die Idee mit dem dortigen Ausbau von Baudezernent Jan Schneider (CDU) sei „aus der Not heraus geboren worden“. Man behalte sie auf Wunsch von Schneider in der Rückhand, „als letzte Option, falls alle Stricke reißen“. Aber Schneider präferiere die Mainwasen, sie den Kaiserlei. „Beides hat Vor- und Nachteile, aber es dürfen weder Schulen gegeneinander, noch gegen Vereine ausgespielt werden.“

Den städtebaulichen Wettbewerb, bei dem beide Schulen am Standort in Niederursel abgebildet werden sollten, will Weber nun zunächst nicht ausloben. „Wir haben dafür Kosten von 300 000 Euro kalkuliert“ sagte sie. Sie will nun erst die Entscheidung der Stadt über den Standort abwarten. „Bevor wir das Geld auf den Tisch legen und dann die Schule woanders hinkommt.“

Unterstützung für den Standort Kaiserlei bekommt Weber von den Linken. Es erschließe sich ihr nicht, warum der Kaiserlei für die Europäische Schule unzumutbar sei, teilte Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli mit. Es sei typisch für die Frankfurter Grünen, Kleingärten und Sportanlagen für die entsprechende Klientel zu überbauen. „Die Nutzung der Mainwasen mit Kleingärten und Sportanlagen ist ökologisch allemal besser als einen riesigen Betonkomplex da hinzubauen.“

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