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Frankfurt: Dezernentin blockiert Stadtverordneten

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Von: Florian Leclerc

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Nico Wehnemann (Die Partei) übt in sozialen Medien mitunter konstant Kritik. P. Jülich
Nico Wehnemann (Die Partei) übt in sozialen Medien mitunter konstant Kritik. P. Jülich © peter-juelich.com

Eileen O’Sullivan (Volt) und Nico Wehnemann (Die Partei) aus Frankfurt streiten sich auf Twitter.

Eileen O’Sullivan (Volt) und Nico Wehnemann (Die Partei) haben einiges gemeinsam, wenn man von Geschlecht und Alter absieht. Sie ist 25 Jahre, gehört der linksprogressiven Partei Volt an, beschäftigt sich hauptberuflich mit Digitalisierung und ist in sozialen Medien unterwegs. Nico Wehnemann ist 38 Jahre alt, gehört der linken Satirepartei „Die Partei“ an, ist Stadtverordneter im Ehrenamt, hauptberuflich Webdesigner und sehr viel in sozialen Medien unterwegs.

Beide sitzen derzeit wegen Covid 19 in Quarantäne – und hier hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Während Nico Wehnemann in sozialen Medien den rhetorischen Angriff liebt und immer eine Gegenantwort parat hat, lässt es Eileen O’Sullivan ruhiger angehen. Sie gibt sich auf Instagram und Twitter als Stadträtin und Privatperson – was sie als Stadträtin politisch auszuhalten hat, hat sie als Privatperson eben nicht.

Eileen O’Sullivan (Volt) sieht in Wehnemanns Äußerungen eine Form von Sexismus.
Eileen O’Sullivan (Volt) sieht in Wehnemanns Äußerungen eine Form von Sexismus. © Renate Hoyer

Sie hat Wehnemann auf Twitter nun blockiert. „Ich weiß gar nicht so genau, warum eigentlich, mein letzter Tweet, in dem ich sie verlinkt habe, ist bestimmt schon eine Woche her“, sagt er. Zuvor hatte er sie als „glücklose“ Politikerin bezeichnet und sich darüber gewundert, dass Diana Kube (Grüne) ihr beispringen musste, nachdem Daniel Rhinow (CDU) ihr vorgehalten hatte, „wenig Impulse“ zu setzen. So wenig Nico Wehnemann mit der CDU gemein hat, so sehr teilt er deren Kritik. „Die Stadträtin hat keine eigenen Ideen, sie gleicht darin ihrem Vorgänger – mit ihr kommt die Digitalisierung nicht voran.“

O’Sullivan hält dem entgegen, Wehnemanns Äußerungen entbehrten seit geraumer Zeit jeglicher Sachlichkeit. „Nico Wehnemann übt keine Kritik, er diffamiert, polemisiert und betreibt mit der Rückendeckung seiner Partei systematisches Silencing.“ Damit ist eine Strategie gemeint, Menschen zum Schweigen zu bringen. Für O’Sullivan ist das „als linke Opposition getarnter Sexismus“, den sie nicht länger hinnehmen wolle.

Im Ausschuss für Personal, Sicherheit und Digitalisierung und im Stadtparlament werden die beiden wieder aufeinandertreffen.

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