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Der nördliche Mainkai ist für Autos gesperrt. 

Mainkai

Oesterling will über Mainkai-Sperrung berichten

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Der Verkehrsversuch läuft probeweise weiter, allerdings sind Nachbesserungen geplant.

Eingerahmt von Lob und Tadel für die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) angekündigt, bis zum Jahresende eine Busspur für den 34-er Bus zwischen Alte Brücke und Börneplatz einzurichten. Das beschleunige den öffentlichen Nahverkehr, sagte er am Dienstagabend im Verkehrsausschuss des Römers. In ein bis zwei Monaten soll eine vorläufige Zählung ermitteln, wie sich der Autoverkehr vom Mainkai in die Straßen in Sachsenhausen verlagert hat, und wie viele Fußgänger, Radfahrer und E-Roller-Fahrer die gesperrte Straße nun täglich nutzen. Oesterling sprach nach eigener Beobachtung von 250 Rad- und E-Rollerfahrern pro Stunde.

Den Wunsch des Ortsbeirats in Sachsenhausen, den Flohmarkt vom südlichen Mainufer zu verlagern, prüfe der Magistrat, sagte er. Diesem Wunsch schloss sich die FDP-Fraktion an, welche einen eigenen Antrag gestellt hatte. Zustimmung kam auch von den Fraktionen von CDU, SPD und Grünen. Martin Daum (CDU) sagte, es herrsche „Alarmstufe gelb-rot“ wegen der Mainufersperrung, weil sich Bürger in Sachsenhausen über den zunehmenden Verkehr beschwert hätten. 

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Herbert Schmoll von der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“ mahnte, der Stadtteil dürfe nicht zum „Abladepunkt für die Verkehrsprobleme der Stadt“ werden. Zu viele Pendler drängten in das Wohnviertel. Eine Gegenposition nahm ein weiterer Bürger in der Fragestunde ein. Er kündigte an, eine Bürgerinitiative für die dauerhafte Sperrung des nördlichen Mainufers gründen zu wollen. Der Mann erinnerte daran, dass die Sperrung schon vor 35 Jahren unter SPD-Oberbürgermeister Walter Möller Thema war.

Stadtrat Oesterling gab daraufhin das Wort des SPD-Kulturpolitikers Hilmar Hoffmann wieder, nach dem das Museumsufer erst komplett sei, wenn beide Mainuferstraßen autofrei wären. „Der Versuch ist für ein Jahr probeweise genehmigt. So lange dauert es, bis der Verkehr sich neu geregelt hat“, sagte Oesterling. Die Gastronomie sei eingeladen, Genehmigungen zu beantragen, um draußen Tische und Bänke aufzustellen. Ohne Genehmigung gehe das aber nicht.

Martin Kliehm (Linke) schlug vor, die Straße durch temporäre Begrünung und einen temporären markierten Radweg zu beleben. Annette Rinn (FDP) warb dafür, die Sperrung nicht nach vier Wochen abzubrechen, sondern zu evaluieren und nachzubessern. Ampelschaltungen könnten verbessert, weitere Schilder aufgestellt werden, so Klaus Oesterling. „Wir brauchen die komplette Innenstadt verkehrsberuhigt, das schließt Sachsenhausen ein“, sagte Nico Wehnemann (Die Fraktion).

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