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Frankfurt: Deutschsommer auch im Winter

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Von: Steven Micksch

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Eine virtuelle Führung für das Senckenberg-Museum zu erstellen, gehört zu den Projekten.
Eine virtuelle Führung für das Senckenberg-Museum zu erstellen, gehört zu den Projekten. © Christoph Boeckheler

Das Programm Deutschsommer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft wird ausgeweitet. Die Sprachkompetenz der Kinder wird nun auch jenseits der Sommerferien gefördert. Drei spannende Projekte erwarten die Kleinen.

Frank Dievernich gibt den zwölf Kindern, die im Senckenberg-Museum vor dem T-Rex stehen, ein paar Cent-Stücke in die Hand – ein, zwei oder auch fünf Cent. „Aus solch kleinen Beträgen sind am Ende 200 000 Euro geworden, die jetzt unserem Deutschsommer zugute kommen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft den Kindern. Mit dem Geld der gemeinnützigen Stiftung „Deutschland rundet auf“ hat sie das Projekt „Deutschsommer Plus“ entwickelt.

Das Zusatzprogramm zu dem bekannten Format hat im September begonnen und dauert bis Ende März kommenden Jahres. Der Besuch der Kinder im Senckenberg-Museum ist also kein Zufall, sondern Teil des ersten Projektabschnitts, indem sie eine virtuelle Führung erstellen. Insgesamt 60 Kinder, aufgeteilt in fünf Gruppen, machen beim Deutschsommer Plus mit. Einmal pro Woche treffen sie sich für etwa 75 Minuten. Nach sechs solcher Einheiten ist ein Abschnitt abgeschlossen.

„Die Kinder suchen sich heute ein Exponat aus, über das sie in der nächsten Woche recherchieren und etwas schreiben werden“, sagt Oliver Beddies, Bereichsleiter Bildung bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Virtuell wird das Ganze dank eines Tablets, das jedem Kind zur Verfügung steht. Damit machen die Kinder Bilder, Filme oder schreiben etwas auf. Im Januar folgt der zweite Abschnitt. Dann entwickeln die Kinder einen Poetry-Slam. Im März folgt das Einsprechen eines Hörspiels.

Künftig soll das Zusatzprojekt jedes Jahr angeboten werden und zur spielerischen Förderung von Sprachkompetenz beitragen. Mit dem Fördergeld sollen jedoch auch im „normalen“ Deutschsommer im kommenden Jahr neue digitale Bausteine integriert werden. Zum Beispiel selbstständige Recherche, die Nutzung digitaler Möglichkeiten bei der Erarbeitung eines Theaterstücks (Geräusche mit dem Tablet aufnehmen) oder beim fest eingeplanten Ausflug auf die Wegscheide den nächtlichen Sternenhimmel mittels Augmented Reality erkunden und einzelne Sterne und Sternbilder erkennen.

Anke Merz-Betz, Geschäftsführerin der Stiftung „Deutschland rundet auf“ freut sich, dass mit dem Deutschsommer Kindern geholfen wird, an sich selbst zu glauben und ihr Potenzial zu entfalten, wie sie mitteilt. Man leiste gern eine Anstoßfinanzierung, um das Programm weiter zu skalieren. Insgesamt hatten sich 60 Projekte auf eine Förderung der Stiftung beworben. Am Ende wurden sechs mit einer Gesamtsumme von circa 1,1 Millionen Euro bedacht.

Das Geld stammt von den Kundinnen und Kunden mehrerer Einzelhandelsunternehmen, die die Aktion unterstützen. An der Kasse kann man seinen zu zahlenden Betrag auf die nächste Zehner-Centstelle aufrunden lassen. So kann ein kleiner Betrag Großes für junge Menschen bewirken. Das wissen nun auch die Kinder vom Deutschsommer.

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