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Frankfurt: Museum für Architektur wird saniert

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Die Sanierungsarbeiten am Deutschen Museum für Architektur könnten eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Noch ist unklar, wo ein Ausweichstandort sein könnte.

Das Deutsche Architektur-Museum steht vor einem aufwendigen Umbau. Das hat die stellvertretende Direktorin des Hauses, Andrea Jürges, am Donnerstag bei der Jahreskonferenz des Museums deutlich gemacht. Nach ihren Angaben geht es um eine energetische Sanierung, für die etwa die vielen Glasflächen des Gebäudes ausgetauscht werden müssen. Im Winter stehen Heizlüfter im Eingangsbereich des Hauses am Museumsufer, im Sommer dagegen ist es in den Räumen zu warm.

Beginnen könne die Sanierung eventuell Ende des Jahres 2020, sagte Jürges. Sie rechnet damit, dass die Arbeiten eineinhalb bis zwei Jahre dauern könnten. Es sei also möglich, dass das Museum am Schaumainkai in Sachsenhausen mindestens das gesamte Jahr 2021 geschlossen ist, bestätigte sie auf Nachfragen. „Wir hoffen, einen anderen Ort zu finden für diese Zeit.“ Wo ein solcher Ausweichstandort sein könne, sei aber noch unklar. Zuletzt teilsaniert wurde das Architekturmuseum im Jahr 2010. Damals wurde die Gebäudetechnik erneuert.

Das Museum, das im vergangenen Jahr mit 16 Wechselausstellungen, der Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ und knapp 400 Veranstaltungen mehr als 110 000 Besucher anlockte, gibt es seit dem Jahr 1984. Der Kölner Architekt Oswald Mathias Ungers hatte eine neoklassizistische Doppelvilla am Main aus dem Jahr 1911 zuvor entsprechend umgebaut. Dazu stellte er in die entkernte Hülle des denkmalgeschützten Altbaus ein Haus über dem Grundriss eines fünf mal fünf Meter großen Quadrates. Dieses „Haus im Haus“ wächst über vier Stützen empor, die das Zentrum des Auditoriums im Untergeschoss des Museums markieren.

Auch um die als zu gering erkannte Fläche zu erweitern, wurde der Kernbereich des Hauses durch eine diesen umgebende Glashalle bis an die Grundstücksgrenzen erweitert, die als Eingangsbereich und Cafeteria dient. Trotzdem sind die Raumverhältnisse im Haus sehr beengt. Mit Angeboten wie der „Legobaustelle“ für Kinder, die vergangenes Jahr rund 8400 Besucher ins Museum lockte, stößt es regelmäßig an Grenzen.

Frankfurt: Deutsches Architekturmuseum - die Bilanz

Fast 111 000 Besucher sind im vergangenen Jahr ins Deutsche Architektur-museum gekommen. Das sind deutlich mehr als in den Vorjahren. 2017 wurden gut 82 000 Besucher gezählt, 2016 sogar nur etwa 75 000. Mehr Andrang als im Jahr 2018 gab es laut Museum nur in den Anfangsjahren des Hauses.

Gut gelaufen sind insbesondere die Ausstellungen „SOS Brutalismus“, „Frau Architekt“, „Große Oper – viel Theater?“, Fahr Rad“ und „Die immer Neue Altstadt“. Für Ausstellungen stand dem Museum im vergangenen Jahr ein Etat von gut 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Davon erwirtschaftete es zwei Drittel selbst.

Das Museum, Schaumainkai 43, ist Dienstag und Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18, Mittwoch von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 9, ermäßigt 4,50 Euro. Kinder und Jugendliche sowie Studierende der Frankfurter Uni und der FH dürfen kostenlos rein. cm

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