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Frankfurt: Deutsche Wörter beim Experimentieren lernen

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Von: Timur Tinç

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Jana, Olena und Miia im Riesenkaleidoskop des Experiminta-Museum.
Jana, Olena und Miia im Riesenkaleidoskop des Experiminta-Museum. © Michael Schick

Bei einem Sprachprojekt für 40 ukrainische Kinder und Jugendliche im Experiminta-Museum in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Ukrainischen Samstagsschule wird mit praktischen Beispielen geübt.

Olena, Jana und Miia stehen im Riesenkaleidoskop im Experiminta-Museum. Die drei Mädchen lachen, während sie ihr Spiegelbild dutzendfach betrachten. „Das hab ich richtig gemocht“, sagt die 17-jährige Olena auf Englisch. Zusammen mit der elfjährigen Miia hat sie an drei Projekttagen ein Plakat entwickelt, auf dem sie in einfacher deutscher Sprache die Funktionen des Riesenkaleidoskop erklären. Angeleitet wurden sie dabei von einer Studentin, die zwölfjährige Jana hat als Kinderdolmetscherin fungiert und für die ukrainischen Mädchen übersetzt. „Wir haben so etwas auch in der Ukraine. Es heißt Experimentanium“, erzählt Olena.

Insgesamt 40 Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Unterkünfte haben an dem Sprachprojekt teilgenommen, das von der Goethe-Universität in Person von Marianne Wiedenmann, dem Museum und der Ukrainischen Samstagsschule des Ukrainischen Vereins Frankfurt organisiert wurde. An je drei Samstagen versammelten sich alle Beteiligten im Museum, es gab Mittagessen, und dann wurde sich drei Stunden mit einem Experiment beschäftigt. „Wir Studierenden haben zunächst mit den Kinderdolmetschern geschaut, wo kann man welche Bestandteile der Sprache einbringen. Wo eignen sich Verben? Wo eignen sich Substantive“, erklärt Lehramtsstudent Hannes Weber. Bei der Kugelrennbahn seien das Adjektive wie steil, langsam oder schnell.

„Die Kinder waren sehr motiviert zu lernen“, sagt Marianne Wiedenmann. Sie hätten die Sachen zu Hause ausgearbeitet und sich verabredet, um die Präsentation zu machen. Die Lehrbeauftragte im Fachbereich Erziehungswissenschaften am Institut für Pädagogik der Sekundarstufe arbeitet seit 2015 mit Intensivklassen. Es habe sich als bewährtes Konzept erwiesen, Sprache an praktischen Beispielen zu lernen.

„Das sind Systeme, die immer wieder angewendet werden können. In Schulgärten auf dem Abenteuerspielplatz“, findet auch Sigrun Stosius von der Albert-und-Barbara-Metzler-Stiftung, die das Projekt unterstützt haben. Bei handlungsbasierter Sprachförderung seien die Kinder lieber dabei, als wenn sie in einer Reihe sitzen müssten. Roksolana Rakhletska, die Leiterin der Samstagsschule, hat Wiedenmann dabei sogar aufgefordert, den Kindern lieber mehr als weniger Wörter zu geben. „Die wollen Futter“, sagt Wiedenmann schmunzelnd.

Olena und Miia haben ein paar neue Wörter lernen können. Sie besuchen beide eine Intensivklasse. „Richtig sprechen können wir aber noch nicht“, sagt Olena. Mit der Zeit wird aber auch das sicher gelingen.

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