1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Deutsch im Alltag nebenbei vermitteln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: George Grodensky

Kommentare

Bei einem Ausflug laufen Kindergartenkinder in einer Zweierformation mit Warnwesten.
Bei einem Ausflug laufen Kindergartenkinder in einer Zweierformation mit Warnwesten. © Rolf Oeser

Frankfurt baut das Programm „Sprachentdecker“ aus. Lehrkräfte und pädagogisches Personal lernen Strategien, wie sie in der täglichen Interaktion mit den Kindern Sprachkenntnisse fördern können.

Die Stadt Frankfurt baut das Programm „Sprachentdecker“ aus. Darin geht es um Sprachförderung in Kitas und Grundschulen – integriert in die ganz alltäglichen Abläufe der Einrichtungen. Das Programm vermittelt Pädagoginnen und Pädagogen Strategien, wie sie Kinder beim Deutschlernen im Alltag produktiv unterstützen können.

„Sprachentdecker“ ist eine Initiative der BHF-Bank-Stiftung, der Goethe-Universität und des Frankfurter Amts für multikulturelle Angelegenheiten. Begonnen hat die Entdeckungsreise 2016 in den Stadtteilen Griesheim und Nied. Inzwischen sind stadtweit gut 100 Fach- und Lehrkräfte aus zwölf Kitas und sieben Grundschulen zu „Sprachentdeckern“ geworden, die BHF-Bank-Stiftung hat dafür mehr als 200 000 Euro investiert.

Nun sollen weitere Frankfurter Einrichtungen hinzukommen. Das Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen stellt dafür 50 000 Euro bereit. Perspektivisch soll das Programm mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums in ganz Hessen laufen. Dazu ist eine Förderung der Bundesinitiative Biss (Bildung durch Sprache und Schrift) zugesagt.

2019 hat eine Evaluation die Wirksamkeit des Angebots bestätigt. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie habe die Qualifizierung des Fachpersonals in Kitas und Schulen noch mehr Bedeutung, findet Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Die Pandemie war und ist für viele Kinder eine schwere Zeit, in der ein großer Nachholbedarf entstanden ist.“ Besonders Kinder, die bereits zuvor einen Förderbedarf hatten, benötigten verstärkt Aufmerksamkeit und gut geschulte Kräfte, sagt Weber. „Dafür brauchen wir mehr individuelle Förderung im Regelbetrieb.“

Lehrkräfte lernen zum Beispiel, wie sie Mathematikaufgaben so besprechen, dass die Kinder dabei sprachlich etwas lernen. Sie greifen Sätze von Kindern auf, wiederholen sie und reichern sie dabei sprachlich an. Dadurch lernen die Kinder beiläufig richtige und variantenreiche Formulierungsmöglichkeiten im Deutschen.

Auch in der Kita regen die Erzieherinnen die sprachliche Entwicklung der Kinder an, indem sie Sätze aufgreifen und erweitern. „Gestern hab ich Pferd geseht“, sagt das Kind. Worauf die Fachkraft erwidert: „Stimmt, gestern haben wir beim Spaziergang ein großes braunes Pferd gesehen, das auf einer Weide stand.“

Auch interessant

Kommentare