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Mit dem Auto zum Eschersheimer Freibad – im Winter klappt das. Im Sommer gibt’s nur Leidtragende. Der Parkplatz am Samstag.
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Mit dem Auto zum Eschersheimer Freibad – im Winter klappt das. Im Sommer gibt’s nur Leidtragende. Der Parkplatz am Samstag.

Stadtverkehr

Frankfurt: Der Wahnsinn rund ums Eschersheimer Freibad

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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In Eschersheim sollen rot-weiße Baken die Autos stoppen, die auf dem Nidda-Radweg zum Schwimmbad fahren. Auf dem offiziellen Parkplatz herrscht Chaos.

Frankfurt - Samstag, halb drei, an der Nidda. Kein Auto, nirgends. Das sollte eigentlich normal sein – ist es aber seit einigen Tagen nicht. Da preschten plötzlich Kraftwagen fast im Minutentakt durchs landschaftsgeschützte Gebiet, in dem sonst nur Nachtigallen, Buchfinken und Fahrradklingeln zu hören sind (und die A661 natürlich, aber das ist in diesem Zusammenhang etwas anderes).

Am Samstag aber ist plötzlich Schluss mit dem automobilen Durchgangsverkehr. Der einfache Grund: Die Polizei hat zwei rot-weiße Baken aufgestellt, genau da, wo aus der Straße Im Uhrig ein Feldweg wird. Und so sind die etwa 20 Leute, die sich erneut zu einer Demonstration auf dem Grüngürtel-Radweg getroffen haben, gelöster Stimmung.

Frankfurt: Verkehrschaos vor Schwimmbad

„Gut, dass die Polizei gehandelt hat“, sagt Ansgar Hegerfeld vom ADFC-Vorstand. „Fragt sich nur, warum erst jetzt.“ Schließlich rauschte der Verkehr schon seit einer Woche übers verbotene Uferterrain. So wie der weiße Mercedes, der sich gerade nähert. Der Fahrer hat wohl die rot-weißen Baken zur Seite geschoben. Wenn Google sagt: da lang, dann wird eben da lang gefahren, auch wenn Verkehrsschilder klar dagegen sprechen. Als der Mercedesfahrer sieht, dass da eine Demo ist – und dass da auch zwei Polizisten dabeistehen –, da ändert er offenbar seine Schwimmbadpläne und kehrt um.

„Wir hatten heute wieder eine bis zwei Beschwerdelagen“, sagt einer der Polizisten. „Beim Kleintierzuchtverein war auch alles zugeparkt.“ Wer auf dem nahen Vereinsgelände Tiere hält, darf natürlich durch, an den Baken vorbei. Wer nur schwimmen gehen will, darf das nicht. „Die Baken sind eine Sichtbarriere, das funktioniert ganz gut“, sagt der Mann von der Polizei. Die Leute in den Autos seien weitgehend einsichtig. Mit der Feuerwehr sei vereinbart, dass die Baken erst einmal stehenblieben. Langfristig sollten Poller helfen, hat das Straßenverkehrsamt empfohlen. Das solle auch bereits beschlossene Sache sein, heißt es aus dem Kreis der Fahrradaktiven im Schatten unterhalb der A661, aber bis so ein Poller aufgestellt ist, das kann ein paar Tage dauern.

So lang schauen wir mal, was auf der anderen Seite los ist – da, wo die Autos offiziell zum Parken hinfahren dürfen. Es ist gerade die Wechselphase am Nachmittag: Die coronabedingte Frühschicht der Badegäste muss raus, die Spätschicht darf rein. Zu schreiben, dass deswegen viel los sei, wäre wohl eine der größten Untertreibungen des Jahres.

Frankfurt: Eschersheimer Schwimmbad: Stau bei 35 Grad

Alle Parkplätze sind voll, die für Fahrräder und die für Autos. So weit das Auge reicht: Stau bei 35 Grad. Entnervte Autofahrer hupen, entnervte Radlerinnen müssen ihr Gefährt im Slalom ums glühend heiße Blech herummanövrieren. Unter der Maybachbrücke haben Spezialisten ihre Autos so auf dem Trottoir geparkt, dass das Heck exakt mit der Bordsteinkante abschließt. Maßarbeit. Verbleibender Raum für Kinderwagen, Rollstühle, Passantinnen, Passanten: null Zentimeter.

„Eigentlich müsste der ganze Parkplatz im Sommer geschlossen werden“, sagt Ansgar Hegerfeld. Am Donnerstag seien zwei Rettungswagen nicht bis zum Schwimmbad durchgekommen – hoffnungslos in diesem Chaos. Eine technische Lösung, sagt der Mann vom ADFC, könne sicher gewährleisten, dass die Rettung und die Sportlerinnen und Sportler vom benachbarten Heddernheimer Fußballplatz durchfahren könnten, die Radlerinnen und Radler – aber niemand mit dem privaten Auto. Für die wenigen Parkplätze, die das Eschersheimer Schwimmbad biete, lohne sich doch der ganze Wahnsinn nicht.

Eschersheim sei kein Einzelfall, berichtet FR-Leser Hans Dietmar Jäger. In Praunheim etwa, an der Stichstraße von der Buchbornstraße zur Nidda, parkten bei schönem Wetter viele, notfalls eben auf dem Niddaradweg: „Die Poller stehen einfach nicht dicht genug.“ Ähnliches am Nidda-Süduferradweg (Grill’scher Altarm). Nur regelmäßige Kontrollen könnten helfen.

Zurück nach Eschersheim. Als die Demo und die Polizei am späten Nachmittag weg sind, hat jemand die zwei Baken am Feldweg zur Seite geschoben. So weit, dass wieder Autos durchpassen. (Thomas Stillbauer)

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