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Frankfurt: Der Pelikan ist ein Mannheimer

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Von: Thomas Stillbauer

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Besuch in Griesheim beendet, der Pelikan ist wieder weg.
Besuch in Griesheim beendet, der Pelikan ist wieder weg. © Peter Jülich

Ausflug an den Main beendet – das exotische Tier ist wieder daheim bei den Artgenossen. Es war nicht sein erster Trip.

Das Wichtigste zuerst: Er hat keinen Namen. Schade. „Vielleicht Quax, der Bruchpilot“, scherzt seine Pressesprecherin Alexandra Wind. Aber im Ernst: Nein, der Rosapelikan, der vorige Woche in Frankfurt weilte, ist namenlos. Inzwischen hält er sich auch wieder daheim auf: im Mannheimer Luisenpark, den die Stadtpark Mannheim GmbH betreibt. Und wenn wir ehrlich sind, ist Alexandra Wind die Sprecherin der GmbH. Nicht nur des Pelikans. Aber natürlich auch. Irgendwie.

Bekanntlich hatte sich der Großschnabel für einige Tage in Frankfurt-Griesheim eingerichtet, was nicht nur Vogelkundlerinnen und -kundler in Scharen an den Main lockte, sondern auch die Bevölkerung begeisterte. Dadurch war es der Mannheimer Tierpflegeabteilung ein Leichtes, den Aufenthaltsort ihres Schützlings in Erfahrung und selbigen, den Schützling, zurück nach Hause zu bringen. Das war jedenfalls der Plan.

Im Mannheimer Park sei es zurzeit nicht allzu kommod, gibt Alexandra Wind zu. Die Bundesgartenschau naht. Großbaustelle. „Alles abgerissen, dem Erdboden gleichgemacht.“ Die alten Gebäude stammten aus der Zeit der vorigen Mannheimer Buga, die war 1975. Im April ist die Neuauflage. Dann muss alles fertig sein. „Sie arbeiten unter Hochdruck, aber das wird ein knappes Höschen.“

Ob der Pelikan wegen der nervigen Bauarbeiten abgehauen ist: reine Spekulation. Fest steht: Er ist ausgesprochen reiselustig. „Er war auch schon mal in Frankenthal“, sagt Alexandra Wind. Auch von dort schickte er natürlich keine Ansichtskarte, rief nicht an, musste aufgespürt und zurückgefahren werden.

Ist das auf die Dauer nicht sehr anstrengend? Immerhin hat der Luisenpark nicht nur einen, sondern acht Pelikane, die mit ähnlichfarbigem Federvieh die Flamingoinsel bewohnen. Stress pur, die immer wieder einzufangen, oder? „Es sind ja nicht alle ständig weg. Eigentlich nur er, all zwei Jahre mal. Die anderen sind relativ gechillt.“ So gechillt, dass sie sich rege vermehren. Im vergangenen Jahr gab man zwei Junge an einen anderen Tierpark ab.

Was dem Ausflügler entgegenkommt, ist die Weigerung der Mannheimer, den Pelikanen die Flügel zu kupieren. Das hat man einst vielerorts so gehandhabt, um ihnen die Flugfähigkeit zu nehmen, aber: „Das machen wir nicht mehr.“ Sehr zum Wohlgefallen der Tierfreundinnen und -freunde und der Pelikane. Vor allem der reiselustigen unter ihnen.

Aber das Beste: Als die Mannheimer gerade nach Frankfurt los wollten, den Ausreißer holen, kam ein Anruf: Er habe just abgehoben, gen Süden. „Am nächsten Morgen saß er pünktlich zum Frühstück bei den Kumpels auf der Insel.“ Happy End. Und wer weiß, vielleicht ist der Drang zur Ortsveränderung ja gar nicht mehr so groß, wenn die Buga gelaufen und das umgestaltete Parkgelände erprobt ist. Es gebe dann ein modernes Südamerikahaus, eine Unterwasserwelt und vieles mehr, schwärmt Alexandra Wind, „das wird eine tolle Anlage“.

Wenn dem neugierigen Pelikan allerdings mal wieder die Abenteuerlust um den Schnabel wehen sollte: In Frankfurt ist er stets willkommen.

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