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Frankfurt: Der Osthafen lebt auf

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Von: Kiki Bruder

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Die richtige Musikmischung machts.
Die richtige Musikmischung machts. © Monika Müller

Die Sommerwerft und Osthafenfestival ziehen am Wochenende viele Menschen an den Main.

Die elfjährige Madita ist begeistert: „Am liebsten würde ich gleich noch mal fahren!“ Sie besucht mit Schwester, Papa und Oma das Osthafenfestival und kommt gerade von einer Tour mit dem Schlauchboot zurück. Alle vier sind pitschnass, aber strahlen über beide Ohren. „Die haben uns gefragt, wie nass wir werden wollen, und wir haben gesagt: nass!“ Daraufhin seien sie mit dem Schlauchboot direkt unter dem Feuerlöschboot durchgeflitzt.

Eigentlich kommen die beiden Mädchen aus Los Angeles und besuchen über die Sommerferien ihre Oma in Frankfurt. Als sie am Samstagmorgen vom Osthafenfestival erfuhren, stand die Tagesplanung sofort fest. Neben den Bootstouren gibt es noch viele weitere Angebote zu entdecken. Maditas Papa freut sich besonders auf das Stand-up-Paddling, aber auch für eine Hüpfburg und einen Kletterturm ist gesorgt. Die Frankfurter Oma der beiden Mädchen weiß indes genau, was sie jetzt will: „trocknen!“.

Der perfekte Platz dafür ist wohl die Mini-Frankfurt-Bühne weiter hinten auf dem Festivalgelände. Dutzende Liegestühle auf aufgeschüttetem Sand vermitteln ein Strandgefühl. Passend dazu eröffnet gegen 16 Uhr die Pop-Rock-Band Strandakustik aus Darmstadt den musikalischen Teil des Festivals. Die drei Freundinnen Mona, Andrea und Vanessa haben es sich gerade mit einem Sonnenschirm gemütlich gemacht. „Wir haben uns lange nicht mehr gesehen und wollten einfach entdecken, was es hier so gibt“, sagt Mona. Über die Musik hätten sie sich vorher gar nicht erkundigt. „Gerade ist einfach toll, dass noch nicht so viel los ist und das Bier kalt ist.“ Außerdem finde sie die große Auswahl an internationalen Speisen toll. Direkt nebenan stehen in einer Reihe brasilianische, französische und togolesische Imbissstände.

Moderne Pippi Langstrumpf

Das musikalische Programm besteht aus über 40 Bands auf drei Livebühnen über das ganze Wochenende. Besucher Rainer findet es toll, dass neben bekannten Bands auch Newcomer auftreten dürfen. „Ich bin heute vor allem wegen Mate Power hier.“ Die Frankfurter Musikgruppe wird am Samstagabend den Osthafen mit Cumbia und Ska beschallen.

Nur wenige Hundert Meter weiter Richtung Innenstadt findet ein anderes Spektakel statt: die Sommerwerft. Genau wie am Osthafen stehen hier reihenweise Bierbänke, Imbissstände und Bühnen am Mainufer. Doch statt Musik wird Theater gespielt. Julius Ohlemann ist sowohl Schauspieler als auch Besucher auf der Sommerwerft und ist begeistert. „Ich wohne erst seit Januar 2021 in Frankfurt und finde das ist einer der schönsten Orte hier. Man kann hier so vieles sehen und das umsonst!“

Auf der Kinderbühne spielt Susanne Schyns das Stück Ping, das die Geschichte einer modernen Pippi Langstrumpf erzählt: Ein Mädchen, das mit sich selbst klarkommen muss, weil alle Erwachsenen entweder überfordert oder mit sich selbst beschäftigt sind. Schyns ist die einzige Person auf der Bühne und spielt im fliegenden Wechsel mal das Mädchen, mal ihre Mutter und mal ihren Großvater. Dabei passt sie Stimme, Haltung und Dialekt an, damit die Zuschauenden die Figuren unterscheiden können.

Nach der Aufführung dürfen sich die Kleinen noch unterschriebene Plakate von der Darstellerin abholen und ihr Fragen stellen. „Vor Kindern zu spielen, ist etwas ganz Tolles, weil das Publikum ganz direkt ist.“ Auf der Bühne stehe man oft einfach vor einem schwarzen Saal. Nach der Vorstellung bleibe dann eine gewisse Leere zurück. „Mit den Kindern kann man danach noch sprechen. Das ist sehr befriedigend“, sagt Schyns.

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