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Protest für mehr Inklusion.
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Protest für mehr Inklusion.

Inklusion

Frankfurt: Der IGS Nordend fehlen die Förderlehrkräfte

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Schule sieht inklusiven Unterricht gefährdet und ruft zur Demonstration auf. Die führt am Freitag zur Geschäftsstelle der CDU.

Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam. Um Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung brauchen, kümmern sich Förderlehrkräfte. So können alle dem Unterricht in ihrem Tempo folgen. So sollte es sein – zumindest an Schulen, die inklusiv arbeiten wie die Integrierte Gesamtschule (IGS) Nordend. Doch so ist es nicht mehr, zumindest fehlt es massiv an Förderschullehrer:innen, beklagen Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler an der IGS Nordend. Deshalb haben sie für Freitag eine Demonstration angemeldet.

Das Datum ist nicht zufällig gewählt. Der 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Und auch die Demonstrationsroute ist mit Bedacht ausgesucht. Der Zug startet um 14.45 Uhr an der IGS in der Hartmann-Ibach-Straße 54-58 und führt zur Kreisgeschäftsstelle der CDU an der Konstablerwache. Zu jener Partei also, die das hessische Kultusministerium besetzt, das aus Sicht der IGS Nordend verantwortlich für das Dilemma ist.

„Es fehlt schlicht an Stellen“, sagt Johannes Wilhelm, Lehrer an der Schule am Prüfling. Sein Kollege Jan Könnecke, selbst Förderschullehrer, hat ausgerechnet, dass für ganz Frankfurt 25 Posten weniger zur Verfügung stünden, als in der Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen (VOSB) vorgesehen ist.

Wie groß der Mangel deswegen an der IGS Nordend ist, lässt sich schwer ausrechnen. Denn alle inklusiv arbeitenden Schulen sind in Schulbündnissen zusammengeschlossen. Für die Gruppe im Frankfurter Osten, dem die IGS angehört, fehlen nach Könneckes Berechnungen viereinhalb Stellen. In jedem Fall steht für die Verantwortlichen der Schule aber fest: „Das Kultusministerium hält sich nicht an seine eigenen Vorgaben.“

Ausgrenzung befürchtet

Was das für Folgen hat, erklärt Almut Wilske im Gespräch mit der FR. Sie ist Mutter einer Neuntklässlerin, die Förderbedarf hat. Tatsächlich fühle sich ihr Kind „immer öfter eher exkludiert als inkludiert“. Kinder mit Behinderung seien darauf angewiesen, dass Förderlehrkräfte sich im Unterricht speziell um sie kümmern, ihnen das Thema womöglich an anderen Beispielen erklären und ihnen besondere Aufgaben stellen. Das alles finde an der IGS Nordend nur noch eingeschränkt statt. Immer öfter könne ihre Tochter dem Unterricht nicht folgen. Für die Jugendliche sei das frustrierend.

Das empfindet auch Finnja Vogel als Skandal. Die Siebtklässlerin sagt, sie habe unbedingt auf die IGS Nordend gewollt, „weil dort Kinder mit und ohne Behinderungen zusammen sind und wir von den Kindern mit Behinderung auch etwas lernen können“. Seit dem Kindergarten besuche sie inklusiv arbeitende Einrichtungen, nun würde die Gruppe allzu oft auseinander gerissen.

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