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Die Geschäftsführer von Elaine’s Restaurant. Luel Mulugeta (links) und Guy L. Lamaye.

Gastronomie

Frankfurt: Szene-Restaurant im Westend eröffnet - Expansion in schwierigen Zeiten

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Guy L. Lamaye und Luel Mulugeta führen das Elaine’s Deli im Taunusturm in Frankfurt. Jetzt haben sie ein Urban-Fine-Dining-Restaurant im Westend eröffnet – eins von fünf Projekten in diesem Jahr.

In Elaine’s Restaurant im Frankfurter Westend fühlt man sich sofort wohl. Die Wände sind in einem edlen Grün gestrichen, man sitzt an Marmortischen. Schaut man hoch, sieht man eine Wolken-Deckenskulptur hängen. Es gibt viele Fenster, so dass der Raum lichtdurchflutet ist. Im Hintergrund laufen an diesem Mittag Whitney-Houston-Songs.

Fine Dining in Frankfurt: Preise auf gehobenem Niveau

Die Preise sind auf Westend-Niveau, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Auf der wechselnden Karte steht an dem Tag Steamy Miso Salmon (26 Euro). Das ist norwegischer Lachs, wilder Brokkoli, Gurkenjus und Fregola Sarda. Der Lachs schmeckt hervorragend und hat eine knusprige Haut. Fregola Sarda ist eine traditionelle sardische Pasta in Form von kleinen Kügelchen.

Auch die geeiste Tomaten- Gazpacho (9 Euro) überzeugt. Und das Dessert namens One Night in Bangkok (Milchreis, Mango, Pistazie und Kokos) für 7 Euro macht sehr glücklich. Auch vegane Gerichte wie das Big Juicy Eggplant (geschmorte Aubergine, roter Quinoa und Junglauch für 16 Euro) stehen zur Auswahl.

Frankfurt: Urban Fine Dining in Elaine‘s Restaurant

„Unsere Küche bezeichnen wir als Urban Fine Dining“, sagt Guy L. Lamaye. Lamaye und Luel Mulugeta sind die beiden Geschäftsführer von Elaine’s Restaurant in Frankfurt, das vor kurzem eröffnet hat. In enger Absprache mit Küchenchef Lou Hahn wählen sie die Gerichte aus. Der Vermieter ist der Eigentümer des neu gebauten Hotels The Flag West M. Hotel und Restaurant liegen auf dem Grundstück, wo früher die Barclays Bank stand, an der Bockenheimer Landstraße/Ecke Liebigstraße. „Unsere Gäste können auch mit dem Fahrstuhl in den siebten Stock des Hotels auf die Dachterrasse fahren, ihre Getränke mitnehmen und dort trinken“, erzählt Mulugeta.

Elaine’s Restaurant

Elaine’s Restaurant, Bockenheimer Landstraße 38 bis 40, reguläre Öffnungszeiten abseits der aktuellen Sperrstunde um 23 Uhr in Frankfurt: täglich von 11.30 bis 16 Uhr. Und Sonntags bis mittwochs 17.30 bis 24 Uhr, Donnerstag, Freitag und Samstag 17.30 Uhr bis 1 Uhr,. 40 Sitzplätze auf der Terrasse, drinnen: 62 Sitzplätze. Alle Locations: https://elaines.world

Die beiden 29-Jährigen sehen so aus und posieren auch so lässig fürs Foto, als wären sie die Protagonisten eines Fashion-Magazins. Sie sind nicht nur Geschäftspartner, sondern auch beste Freunde seit der sechsten Klasse. Aufgewachsen sind sie in Langen.

Fünf Locations wie „Elaine‘s World“ in Frankfurt eröffnet

Ihr Restaurant ist nur eine von fünf Locations, die sie in diesem Jahr in Frankfurt eröffnen. „Elaine’s World“ nennen sie ihre Gastrowelt. Neben dem Restaurant haben die beiden auch im Sommer die Espressobar „Elaine’s Room“ (Neckarstraße 7) sowie das „Elaine’s Take Away“ (ein Hybrid aus Supermarkt und Café) in der Marienstraße 8 eröffnet.

In vier Wochen folgt Elaine’s Greenhouse, ein gehobenes Bistro mit Bar in einem Gewächshaus in der Junghofstraße. Das „You, Me & the Benjamins“, eine Day Bar nah der Deutschen-Bank-Türme auf der Mainzer Landstraße, haben sie letzte Woche aufgemacht.

Bekannt wie erfolgreich geworden sind sie mit Elaine’s Deli, dem Café im Taunusturm, über dem das Kunstmuseum MMK 2 liegt. 2016 haben sie dort angefangen. Das Vorgänger-Café war wenig erfolgreich. „Auch bei uns sind die ersten zwei Jahre nur okay gelaufen. Es war sehr schwer, Leute reinzukriegen auf einem Gelände, das sehr privat aussieht, aber irgendwann ist der Knoten geplatzt“, sagt Lamaye.

Merchandising mit der zwinkernden Elaine in Frankfurt

Und mittlerweile haben sie eine echte Fangemeinschaft etabliert. Sogar Shirts und Sweatshirts mit ihrem Logo, das eine zwinkernde junge Frau mit Dutt zeigt, kann man im Online-Shop kaufen. Sie selbst haben sich die zwinkernde Elaine auf Ringe eingravieren lassen.

Dass die beiden nach nur vier Jahren an dem Punkt stehen würden, sechs Läden zu führen, damit hätten sie nie gerechnet. „Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass ich hier im Westend ein Restaurant haben werde und sich jemand für unsere Geschichte interessieren würde, hätte ich gesagt: ‚Das wird auf gar keinen Fall passieren‘“ sagt Lamaye. Und er betont: „Wir hatten beide angefangen, BWL zu studieren, ich in Köln und Luel in München. Dann haben wir beide erfolgreich abgebrochen“, sagt er und lacht.

Lichtdurchflutet und hübsche Wolkenskulturen an der Decke.

Danach treffen sie sich sie wieder in Frankfurt. Sie ziehen in eine WG und fangen an, in der Gastro zu arbeiten. „Eigentlich erst mal, um unsere Leben zu bestreiten“, so Mulugeta. Schließlich starten sie mit Cakering, einem Online-Lieferdienst für Süßwaren. Bis sie eben mit 25 Jahren die Möglichkeit bekommen, das Café im Taunusturm zu betreiben.

Geschäftsführer in Frankfurt: Expansion trotz Corona

„Der Gedanke vom eigenen Restaurant ist schon romantisch und war einfach die logische Weiterentwicklung“, sagt Luel Mulugeta. 94 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit für Elaine’s World. Ist so eine Expansion in Corona-Zeiten nicht riskant? Mulugeta betont: „Die Expansion haben wir jetzt nicht kurz vor dem 20. März geplant. Die Verträge waren schon unterzeichnet. Wir wussten aber, dass wir das alles in diesem Jahr machen möchten.“

Und Lamaye sagt, dass sie trotz schwieriger Zeiten während Corona positiv blieben: „Klar, haben wir jetzt viel mehr Verantwortung - und das in Corona-Zeiten. Aber wir sind die Art von Mensch, die Lösungen finden und nicht Probleme sehen.“ Sind eigentlich ihre Eltern sehr stolz auf sie? Beiden antworten unisono: „Stolzer wären sie, hätten wir unseren Studienabschluss gemacht.“ (Von Kathrin Rosendorff)

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