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Naturschutz

Frankfurt: Der Forst als Notfallpatient

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Fachleute diskutieren über die Zukunft des Waldes beim Senckenberg-Digital-Talk. Es gibt mehrere Faktoren im Kampf gegen den Klimawandel – einer ist der wichtigste.

Wenn wir ehrlich sind“, sagt Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen, „dann sind wir immer noch auf dem Weg zu vier Grad Klimaerwärmung.“ Was fatal wäre. Vier Grad wärmer oder nur zwei: „Dazwischen liegen Welten.“ Genau die Meinung von Thomas Hickler, Professor am Senckenberg Biodiversität- und Klima-Forschungszentrum: Wenn wir es darauf anlegten, Treibhausgase nicht zu reduzieren, sagt er, dann werde aus der Erde „ein anderer Planet“.

Die beiden Fachleute sprechen offen beim jüngsten Online-Gesprächsabend des Senckenberg-Förderkreises. „Die Dürrejahre haben unseren Wald schneller und stärker geschädigt als zu erwarten war“, sagt Nitsch, „der Klimawandel schreitet schneller voran, als wir uns das vorgestellt haben.“ Folge: vielerorts das Aus für die Fichte, den „Brotbaum“ der Waldwirtschaft, der zum Sorgenkind wurde. Hickler zeigt ein Foto vom Altkönig: „Es war sogar von Frankfurt aus zu sehen, wie gerupft der Taunus aussieht.“ Und es ist ja nicht nur die Fichte. „Wenn es jetzt auch noch an die Buche geht, fängt es an, mir im Herz wehzutun“, sagt Hickler.

Und danach sieht es stark aus. Dem Wald müsse geholfen werden, sagen die Experten, dringend, mit Naturverjüngung am besten, sagt Nitsch, mit Alt- und Totholzflächen, um heimische Baumarten zu erhalten. Auch mit Hoffnungsträgern, sagt Hickler, Flaumeiche, Feldulme, Schwarzpappel. Und Douglasie? „Keine einfache Frage, wie viele nichtheimische Arten man will.“

Nitsch äußert ein Quantum Kritik am Landesbetrieb: „Alles, was wir für den Naturschutz erreicht haben, musste gegen Hessenforst durchgesetzt werden.“ Inzwischen sei die Diskussion über neue Wege offener geworden. Das Wichtigste für den Wald sei aber, CO2-Emissionen schleunigst zu senken, da sind beide einig – weil die Lage so ernst ist. Nitsch: „Dass wir die 1,5 Grad schaffen, da glaubt in der Szene eigentlich niemand mehr dran.“

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