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Frankfurt: „Der Ausbau kommt viel zu spät“

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Von: George Grodensky

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Wilfried Staub ist beim Fahrgastverband Pro Bahn Hesen für das Rhein-Main-Gebiet zuständig. Arnold
Wilfried Staub ist beim Fahrgastverband Pro Bahn Hesen für das Rhein-Main-Gebiet zuständig. Arnold © Andreas Arnold

Wilfried Staub vom Fahrgastverband Pro Bahn über Schienenprojekte im Rhein-Main-Gebiet.

Herr Staub, die Bahn jubelt, der Ausbau des Knotens am Stadion bringe viele Vorteile. Wie sieht das der Fahrgastverband Pro Bahn?

Das ist richtig, aber es kommt alles viel zu spät. Man hat viele Jahre die Infrastruktur verkommen lassen. Was jetzt kommt, ist längst überfällig. Das hätte vor zehn Jahren passieren müssen.

Aber immerhin bewegt sich jetzt etwas.

In Deutschland dauern solche Projekte ja zwischen zehn und zwanzig Jahre, bis sie umgesetzt werden, das erleben wir jetzt wieder bei der RTW, die ja nur immer neue Verzögerungen bekommt durch Einsprüche von irgendwelchen Leuten, berechtigte, unberechtigte, das sei dahingestellt.

Die Politik will das Plan- und Genehmigungsverfahren ja beschleunigen.

Das ist auch nötig. Manche Bürgerinitiative existiert nur, weil Einzelne sich profilieren wollen. Das verzögert Bauprojekte um fünf Jahre. Vor Gericht stellt sich heraus, dass die Einwände gar nicht gerechtfertigt sind. Wir leben ja nicht in China, wo gesagt wird: ‚Wir bauen eine Schnellbahnstrecke und reißen die Häuser ab, wo die Leute hinkommen, interessiert nicht.‘ Das ist bei uns Gott sei Dank nicht so. Aber in manchen Fällen könnte Planung und Genehmigung durchaus reibungsloser gehen.

Unternimmt die Politik genug, um den Schienenverkehr auszubauen?

Nein, das kann sie auch nicht. Wir haben generell in Deutschland einen Riesenengpass bei den Ingenieuren, die so etwas in die Tat umsetzen können. Da ist auch keine Besserung in Sicht, der Markt ist leer gefegt und anscheinend studieren immer weniger Menschen das, was benötigt wird. Bei der Bahn wurden viele fähige ältere Leute vorzeitig in Rente geschickt. Die fehlen jetzt.

Also Fachkräftemangel ...

Das Problem setzt sich bei den Baufirmen fort. Es werden immer weniger, und die wenigen, die es gibt, rufen hohe Preise auf. Oder haben selbst keine Leute, um überhaupt neue Projekte annehmen zu können.

Interview: George Grodensky

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