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Die Mut-Tour rollt am Eisernen Steg ein.
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Die Mut-Tour rollt am Eisernen Steg ein.

Frankfurt

Frankfurt: Depressionen nicht stigmatisieren

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Bei der Mut-Tour fahren erkrankte Menschen durchs Land und fordern mehr Offenheit beim Thema Depression. Auch in Frankfurt machen sie Station.

Die drei Tandems fallen am Eisernen Steg dann doch auf – trotz zahlreicher anderer Fahrräder. Vollbepackt und mit bunten Fähnchen, die auf das Thema Depression hinweisen. Die fünf Männer und Frauen, die seit fast einer Woche auf ihnen durch Hessen radeln, machen am Donnerstag Station in Frankfurt. Auch in diesem Jahr sind wieder Dutzende Menschen mit und ohne Depressionserfahrung auf der Mut-Tour durch ganz Deutschland unterwegs, um die Krankheit zu thematisieren und anderen Mut zu machen, sich helfen zu lassen.

Kim Geißler ist Teil der Radgruppe. Die 25-Jährige aus Mainz fährt die Tour zum dritten Mal. Vor einigen Tagen sind die fünf in Kassel gestartet, in Bensheim wird am Freitag Schluss sein. Dann macht sich ein anderes Team auf den Weg. Insgesamt acht Rad- und zwei Wanderteams sind immer zeitversetzt in Deutschland unterwegs.

Anlaufstelle

Hilfe bei Depressionen gibt es beim Info-Telefon 0800 / 334 453 3.

Regionale Anlaufstellen sind:
Sozialpsychiatrischer Dienst Frankfurt, Telefon 069 / 212 333 11

Sozialpsychiatrischer Dienst Kreis Offenbach, Telefon 06074 / 818 063 792

Fachberatung Psychosoziale Gesundheit Offenbach, Telefon 069 / 806 527 11

Selbsthilfekontaktstelle Frankfurt, Telefon 069 / 559 358 mic

„Man macht viele tolle Erfahrungen und trifft nette Leute auf der Tour“, sagt Geißler. Im Vordergrund stehe aber das Thematisieren von psychischen Erkrankungen. Denn eine Depression kann viele Ausprägungen haben. Häufig wissen die Betroffenen gar nicht, was mit ihnen ist. Die 25-Jährige selbst habe mehrere Jahre schwere Depressionen gehabt. Es sei nicht unüblich, dass Menschen in jungen Jahren erkranken.

Kim Geißler berichtet, dass es keinen ersichtlichen Auslöser für ihre Depression gab. „Ich konnte häufig zu Hause nichts mit mir anfangen und habe mich im Bett verkrochen.“ Erst therapeutische Hilfe während zwei Klinikaufenthalten habe ihre Situation verbessert. „Deshalb fahre ich mit. Ich will es den betroffenen Menschen leichter machen, Hilfe anzunehmen.“ Häufig empfänden diese aber Scham oder es gebe andere Gründe, sich nicht helfen zu lassen. „Bei mir haben meine Gedanken mir gesagt, dass ich es verdient habe, dass es mir schlecht geht“, sagt die 25-Jährige.

In Frankfurt gibt es ein außergewöhnlich gutes Netzwerk mit vielen Partnern, die bei psychischen Erkrankungen helfen. Der Verein Bündnis gegen Depression in Frankfurt verknüpft Kliniken, Therapeut:innen, sozialpsychiatrische Dienste und Selbsthilfegruppen. Christine Reif-Leonhard ist leitende Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum, welches Teil des Bündnisses gegen Depression ist. Sie erklärt: „Die Entstigmatisierung der Krankheit ist wichtig.“ Zwar werde die Aufklärung über Depressionen immer besser, aber zu viele Erkrankungen blieben unbehandelt. Das Ganze sei ein Volkskrankheit und die Mut-Tour gebe Hoffnung, dass Betroffene Hilfe bekommen.

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