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Frankfurt: Den Ball des Sports „zurück nach Hause geholt“

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Von: Timur Tinç

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Die Festhalle wird ab 2023 einmal jährlich zum großen Ballsaal für rund 2000 Gäste.
Die Festhalle wird ab 2023 einmal jährlich zum großen Ballsaal für rund 2000 Gäste. © Monika Müller

Stadt Frankfurt ist von 2023 bis 2027 wieder Gastgeber der Benefizgala der Deutschen Sporthilfe. Geplant ist den Breitensport und die Bevölkerung in das Event miteinzubeziehen.

Eines soll der Ball des Sports in Frankfurt auf keinen Fall werden: „ein Ufo, das in der Stadt landet und dann für ein Jahr wegfliegt“. Vielmehr will Sportdezernent Mike Josef (SPD) ein Rahmenprogramm gestalten, bei dem auch der Breitensport und die Bürger:innen profitieren. „Wir haben schon den Vorschlag von einer Nacht der Bäder bekommen“, berichtete Josef am Donnerstag. Ab dem kommenden Jahr wird die Stadt bis 2027 den Ball des Sports der Deutschen Sporthilfe in der Festhalle veranstalten. „Wir haben den Ball zurück nach Hause geholt“, freute sich Josef. Dafür nimmt die Stadt jährlich 450 000 Euro in die Hand. Lotto Hessen übernimmt 400 000 Euro. 1970 fand der erste Ball des Sports in der Jahrhunderthalle statt. Zuletzt war Frankfurt im Jahr 2006 Gastgeber.

In diesem Jahr wird das Event nach 14 Jahren zum letzten Mal in Wiesbaden stattfinden. Das Bündnis von Grünen, SPD, Linken und Volt wollte zuletzt die 248 000 Euro städtische Unterstützung nicht mehr für den Ball ausgeben. Eine bedauerliche Entscheidung, wie Thomas Berlemann, Vorstandsvorsitzender der Sporthilfe fand. „In der Veränderung liegen aber auch Chancen“, sagte er. „Wir werden den Ball als Plattform inhaltlich mit unseren Partnern weiterentwickeln.“

Berlemann verriet, dass sich auf die Ausschreibung der Sporthilfe elf Städte beworben hatten. „Sie ist bundesweit auf sehr großes Interesse gestoßen.“ Das zeige auch welche Bedeutung Europas größtes Benefizevent im Sport nicht nur für die Deutsche Sporthilfe und die geförderten Athletinnen und Athleten hat, sondern auch für die Politik und Wirtschaft.

Josef betonte, dass der Ball auch für Hoteliers und Gastronomie einen großen Mehrwert haben werde. Wiesbaden habe 2016 eine Wertschöpfung von 4,1 Millionen Euro gehabt. Die Ausgaben, so Josef, „seien gut investiertes Geld“. Jens-Uwe Münker, Abteilungsleiter Sport im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport hob die „ideale Infrastruktur“ Frankfurts hervor. Berlemann erklärte, dass auch das Thema Nachhaltigkeit für Frankfurt gesprochen habe. Die Verköstitung der Gäste soll ausschließlich mit Produkten aus der Region erfolgen. Einen genauen Termin gibt es indes noch nicht.

„Der Ball des Sports ist das Bindeglied zwischen Breiten- und Leistungssport“, sagte Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreis Frankfurt. Nach den coronabedingten Rückgängen bei den Vereinsmitgliedern sei die Zahl nun wieder auf 260 000 in Frankfurt gestiegen. Noch vor 20 Jahren sei der Breiten- und Leistungssport nicht in einem Atemzug genannt worden. Er sei froh, dass sich das geändert habe und will mit dem Sportkreis genauso wie die Sportjugend aktiv an der Gestaltung des Rahmenprogramms für den Ball mitwirken.

„Die Leute fragen sich bei Großveranstaltungen immer: was habe ich davon?“, erzählte Josef. Ihm gehe es darum, Akzeptanz für Events wie den NFL-Spielen oder nun den Ball des Sports bei der Bevölkerung zu schaffen. Berlemann ging einen Schritt weiter. „Die Zusammenarbeit mit Stadt und Land kann Vorbildfunktion sein, um wieder andere Großveranstaltungen nach Deutschland zu holen“, sagte er.

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