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Wiesengarten der Gemüseheldinnen Frankfurt. Foto: Michael Schick

Frankfurt

Demo gegen Günthersburghöfe

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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18 Initiativen rufen für Samstag zu Protest auf. Das Bauvorhaben ist ihrer Ansicht nach unsozial und unökologisch. Die zur Disposition stehenden Gärten seien schützenswertes Biotop und Sozialraum.

Der Widerstand gegen die Bebauung südlich des Wasserparks, zwischen Friedberger Landstraße und Dortelweiler Straße, hört nicht auf. Ein breites Bündnis von Akteurinnen und Akteuren möchte am kommenden Samstag, 19. September, gegen die Pläne demonstrieren. Zwei Protestzüge wird es geben: einen zu Fuß, einen mit dem Rad. Ziel ist in beiden Fällen das Areal, das die Stadt Innovationsquartier oder Günthersburghöfe nennt, immer mehr Menschen aber für die „Grüne Lunge“ halten.

Ilka Wittig von den Gemüseheldinnen schießen sofort die Tränen in die Augen, wenn sie nur an Bulldozer denkt. Zu viert hat ihre Gruppe im vergangenen Jahr angefangen, einen Garten auf dem Areal zu bestellen. Inzwischen haben sich rund 100 Gartenfreunde der Gruppe angeschlossen und ziehen in zehn Gärten Obst und Gemüse. Das ganze Areal zeichne sich durch guten Boden und hohe Biodiversität aus, sagt Wittig und schluckt. Schon muss sie wieder an Beton und Bauarbeiten denken.

Doppeldemo

Die Radler protestieren ab 14 Uhr, Treffpunkt ist der Mainkai, von dort geht es über die Untermainbrücke ans Museumsufer, über die Alte Brücke gen Konstabler Wache, Eschenheimer Anlage, Eschersheimer Landstraße Alleenring bis Wasserpark. Die Fußgänger starten um 15 Uhr ab Friedberger Platz zur Berger Straße hoch zum Günthersburgpark. sky www.gruenelungebleibt.wordpress.com www.gruene-lunge-am-guenthersburgpark.de

Es scheint, als dächten immer mehr Menschen in der Stadt wie Wittig. Gleich 18 Initiativen und Organisationen rufen für Samstag zur Demo auf. Es sind nicht nur die Akteure vor Ort, Gartennutzer oder die Bürgerinitiative zum Erhalt der Grünen Lunge. Es sind Umweltverbände, die jungen Leute von Fridays for Future, Verbände und Vereine, die Mieterinnen und Mieter vertreten.

Sie wollen nicht, dass die Stadt die Themen Wohnungsmangel und Ökologie gegeneinander ausspielt, sagt Wilfried Michel von der Nachbarschaftsinitiative Nordend-Bornheim-Ostend. Wohnungen müssten gebaut werden, aber nicht auf ökologisch sensiblem Gebiet. Zumal die auf dem Areal geplanten Bauten hochpreisig sein werden und damit den geplagten Mieterinnen und Mietern keine Hilfe.

Auf einen anhaltenden Streit in der Römerkoalition, der womöglich das Bauvorhaben torpedieren könnte, setzen die Freunde der Grünen Lunge keine Hoffnung. Das Vorhaben ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben, ist somit ein kleinster gemeinsamer Nenner, den der Magistrat auf jeden Fall durchdrücken wolle, unkt Alexis Passadakis von der Kampagne „Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen“.

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