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Frankfurt: Demo für den Fechenheimer Wald

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Von: Florian Leclerc

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Aktivist:innen hatten die A66 Mitte September blockiert, um gegen den Autobahnausbau zu protestieren.
Aktivist:innen hatten die A66 Mitte September blockiert, um gegen den Autobahnausbau zu protestieren. © Monika Müller

Die Mehrheit der Stadtverordneten im Römer lehnt einen Rodungsstopp im Fechenheimer Wald ab. Teile des Walds sollen für den Ausbau der A66 gefällt werden.

Es sind nur etwa 20 Menschen, die am Donnerstag auf dem Paulsplatz für den Erhalt des Fechenheimer Waldes demonstrieren. Aber sie sind laut. Während die Stadtverordneten im Plenarsaal des Römers an die verstorbenen Stadtverordneten gedenken, schallen Trommeln und Pfeifen des Bündnisses Verkehrswende Frankfurt durch die geschlossenen Fenster in den Sitzungssaal.

Wie die Autobahn-Gesellschaft mitteilte, sollen Teile des Fechenheimer Waldes, des Erlenbruchs und des Teufelsbruchs von November 2022 bis Februar 2023 für den Bau der Autobahn 66 gefällt werden. Insgesamt würden 2,7 Hektar gerodet - das sind knapp vier Fußballfelder. Als Ersatz sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Der Lückenschluss der A66 zwischen der Anschlussstelle Borsigallee und dem Autobahndreieck Erlenbruch soll 2031 fertig sein. Die Hälfte der 2,2 Kilometer langen Strecke verläuft im Riederwaldtunnel.

Die Ausbaugegnerinnen und -gegner mobilisieren derzeit gegen den Ausbau der Autobahn. Der gesunde Wald soll erhalten bleiben. Der geschützte Käfer Heldbock und die Bechsteinfledermaus müssten weiterhin im Wald leben können. Der Heldbock war kürzlich im Fechenheimer Wald entdeckt und beim Eierlegen gefilmt worden. Die Population der Bechsteinfledermaus war zuletzt in einer Kolonie zurückgegangen.

Weitere Demo am Samstag, 8. Oktober

Während auf dem Paulsplatz ältere Menschen protestieren, halten junge Menschen den Fechenheimer Wald besetzt. Sie haben Baumhäuser und Traversen errichtet, um das Fällen der rund 1000 Bäume zu verhindern. Für Samstag, 8. Oktober, ruft ein breites Bündnis zur Demo für den Erhalt des Fechenheimer Waldes auf. Das Motto ist „Fecher bleibt“. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Eissporthalle.

Im Stadtparlament setzten sich Linke und die Gartenpartei mit Anträgen für einen Rodungsstopp im Fechenheimer Wald ein. Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt sowie CDU, AfD, BFF-BIG lehnten ab. Wie Thomas Schlimme (Grüne) ausführte, hätten die Grünen aus Gründen des Koalitionszwanges ablehnen müssen. „Damit nimmt die Mehrheit der Stadtverordneten in Kauf, dass der streng geschützte Heldbockkäfer und die Bechsteinfledermaus-Population im Fechenheimer Wald geschädigt oder zerstört werden“, sagte Willi Loose vom Bündnis Verkehrswende. Das Baurecht über den Artenschutz zu stellen, sei nicht hinnehmbar. Loose beklagte das mangelnde Interesse der Stadtpolitik am Schutz der Natur.

„Die Maßnahmen liegen nicht mehr nicht in der Zuständigkeit der Kommune“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Die Obere Naturschutzbehörde werde ein Gutachten zum Heldbock vorlegen.

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