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Frankfurt: Defizit bei Ladesäulen aufholen

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Von: Florian Leclerc

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Die neuen Ladesäulen kann man kaum übersehen – schon wegen der blauen Stellplätze davor.
Die neuen Ladesäulen kann man kaum übersehen – schon wegen der blauen Stellplätze davor. © Monika Müller

Auf eine Lademöglichkeit kommen in Frankfurt Hundert Elektroautos. Ein Unternehmen kündigt den Ausbau an. Die Stadt will weitere Standorte genehmigen.

In Frankfurt gab es im vergangenen Jahr bei Elektrofahrzeugen und Hybriden einen echten Boom. Die Zahl verfünffachte sich im Laufe des Jahres von einem Anteil von zwei Prozent auf zehn Prozent - gemessen an der Zahl aller zugelassenen Fahrzeuge in der Stadt.

Danach gibt es nun etwa 35 000 Elektrofahrzeuge und Hybride in Frankfurt. Dem stehen 318 Ladesäulen gegenüber, wie die Bundesnetzagentur meldete. Das heißt: Hundert Elektroautos teilen sich eine Ladesäule.

Zumindest im öffentlichen oder halb-öffentlichen Raum; die Parkplätze von Supermärkten und in Parkhäusern zählen dazu. Einen Überblick, wie viele sogenannte Wallboxen sich in privaten Garagen befinden, gibt es nicht.

„Wir haben einen Rückstau bei der Ladeinfrastruktur“, räumt Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) ein. Sie schiebt das auf ihren Vorgänger. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) wiederum auf seinen Vorgänger. Es habe eine klare Struktur gefehlt, um alle Anträge für die Errichtung von Ladesäulen abzuarbeiten.

Mehr als 400 Ladesäulen bis Ende 2022

Nun soll alles besser werden, versprechen sie. Am Donnerstagmorgen, kurz vor der wichtigen Stadtverordnetenversammlung, in der es um die Zukunft des Stadtoberhaupts geht, sind die Dezernentin und der Dezernent nach Bockenheim in die Franklinstraße gekommen in ein Quartier, das manche als City West bezeichnen.

Dort hat die Firma eze.network (das spricht sich nicht Eze aus, sondern Englisch easy) aus dem bayrischen Landsberg am Lech, eine Ladestation mit zwei Ladepunkten aufgebaut. Sechs Monate habe das gedauert. Von der Projektkonzeption bis zur Umsetzung. „Ein Rekord“, sagt Geschäftsführer Michael Valentine-Urbschat. Mit einer Ausschreibung wären zwei Jahre vergangenen.

Die Stadt hat zwei Parkplätze an der Franklinstraße 56 blau bemalt und ein großes, weißes Steckersymbol darüber gepinselt. Schilder zeigen an: Nur Elektroautos dürfen hier zwischen 8 und 21 Uhr parken, maximal drei Stunden lang. Nachts sind die Parkplätze in dem Büro- und Gewerbegebiet für alle verfügbar. Das AC-Laden kostet 30 Cent pro Kilowattstunden und einen Euro pro Stunde. Das mache etwa 40 Cent pro Kilowattstunde, rechnet Michael Valentine-Urbschat vor. Die Batterie auf 80 Prozent der Leistung zu bringen, dauere etwa drei Stunden. Bezahlt wird mit der Karte.

Weitere 34 Pilotstandorte will das Unternehmen in diesem Jahr umsetzen. Perspektivisch noch viel mehr. Auch in den Stadtrandbezirken. Dort gibt es verhältnismäßig viele Elektrofahrzeuge, dafür wenige Lademöglichkeiten. Auch andere Unternehmen sollen zum Zuge kommen, sagt Majer. Mitbewerber im „Open-Market-Modell“, das die Stadt verfolgt, sind Qwello, On Charge und die Mainova. Die hat angekündigt, mit der ABG Holding in Parkhäuser im kommenden Jahr 284 Ladestationen errichten zu wollen. Majer kündigte weitere 129 AC-Ladestationen in diesem Jahr an. Weitere 40 Standorte würden geprüft, 25 davon als schnelle DC-Ladestationen. Das Verhältnis von Ladestationen zu Elektroautos soll sich dadurch verbessern.

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