Schulen

Frankfurt: Debatte über das richtige Lüften an Schulen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Im Bildungsausschuss sind Luftreiniger in Klassenzimmern ein Diskussionsthema. Ordentliches Lüften in vielen Räumen schwer.

Die Initiative „Familien in der Krise“ ist besorgt. Aufgrund des Infektionsgeschehens hingen Schulschließungen wie ein „Damoklesschwert über den Eltern“, sagte Nora von Obstfelder am Montagabend im Bildungssausschuss. „Wenn Luftreiniger in Klassenräumen helfen können, das zu vermeiden, dann würden wir die Anschaffung begrüßen.“

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) betonte, dass das erklärte Ziel aller sei, die Schließung von Schulen und Kitas möglichst zu vermeiden. „Das ist nur die allerletzte Maßnahme.“ Nach allen Auswertungen des Infektionsgeschehens „sind Kinder keine Infektionstreiber“. Man könne Schließungen aber nicht hundertprozentig ausschließen, „wir wissen ja nicht, was das Land noch für Verordnungen bringt“.

Die Luftreiniger würden zwar sicher die Qualität der Raumluft verbessern, „aber das Lüften lässt sich nicht ersetzen“. Das würden auch die Experten sagen. Daher sei fraglich, ob eine Anschaffung sinnvoll sei. Ein Problem bei den Lüftern zudem: Einer der Filter muss jede Woche ausgetauscht werden. „Da dort die Aerosole mit den Viren drin sind, muss das eine Fachfirma unter Schutzmaßnahmen machen.“ Das sei an der Schule nicht nebenbei zu machen. Luftreiniger seien aber vielleicht sinnvoll in Räumen, in denen nicht gut gelüftet werden könne. Der Arbeitskreis aus Gesundheitsamt, Stadtschulamt und Amt für Bau und Immobilien habe gerade getagt. „Klare Aussage vom Gesundheitsamt: Räume, die nicht gelüftet werden können, sind nicht als Klassenzimmer zu nutzen.“ Oder es müsse Abhilfe geschaffen werden. „Diese Räume sollen nun geprüft werden.

Uwe Paulsen (Grüne) plädierte dafür, die Luftreiniger nicht gleich als nicht hilfreich abzutun. Im März habe man auch so über Masken gesprochen, dann „hat ein Umdenken stattgefunden“. Auch Stefan von Wangenheim (FDP) wirft ein, dass einer Studie nach nicht Stoß-, sondern Querlüften helfe, das sei in vielen Klassenzimmern unmöglich. „Mit diesen Themen hätte man sich aber schon im Sommer auseinandersetzen sollen – jetzt müssen wir handeln“. Dann sollte eine Firma eben am Wochenende die Filter wechseln. Auch solle Weber dafür sorgen, dass in ganz Deutschland Lüfter beschafft werden. „Ausreden wie Geld, Beschaffung und Zeit kann es nicht geben.“

Weber sagte: „Am Geld soll es nicht liegen.“ Aber die Beschaffung von Luftreinigern für 4500 Klassenräume müsse über eine Ausschreibung laufen. „Das dauert dann bis zum Frühjahr.“

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