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Theater in Corona-Zeiten. Bühnenbildner Patrick Bannwart probt in Fechenheim.
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Theater in Corona-Zeiten. Bühnenbildner Patrick Bannwart probt in Fechenheim.

Bühnen

Frankfurt: Das Theater soll digitaler werden

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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„Welche Bühnen für das 21. Jahrhundert?“? Darüber diskutierten Theaterleute mit der Politik im Architekturmuseum. Eine Antwort: Das Theater muss digitaler werden.

Um das Wo, also die Standortfrage, sollte es diesmal nicht gehen, sondern um das Wie und das Warum. „Welche Bühnen für das 21. Jahrhundert?“ hieß der Titel der zweiten Veranstaltung von Kulturdezernat und Architekturmuseum zur Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt, am Donnerstagabend übertragen per Livestream.

Anfangs ging es aber doch um das Wo. Bühnen seien Identitätsmarken großer Städte, traditionell in den Innenstädten angesiedelt, wo sich viele Menschen träfen, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und erklärte apodiktisch: „Die Infragestellung dieser Tradition steht überhaupt nicht zur Debatte.“

Bühnen Frankfurt: Digitalisierung mit Neubau vereinen

Weil die CDU nicht eingeladen war, die traditionell oft etwas anderes will als die SPD und konkret die Bühnen im Osthafen, widersprach auch keiner. Schauspielintendant Anselm Weber erklärte daraufhin das Warum. Auf Nachfrage hätten die Gäste gesagt, der Grund, ins Theater zu gehen, sei weniger die jeweilige Regie, ob klassisch, performativ oder postmodern. „Die Menschen wollen anderen Menschen begegnen. Das Theater der Zukunft ist immer ein Ort der Begegnung“, sagte Weber.

Das bestätigte Opernintendant Bernd Loebe. Er betonte das haptische Erleben von Gesang, Orchester, bildender Kunst: „Man fühlt die Musik auf der Haut.“ Das klassische Guckkastenprinzip mit Zuschauersaal, Orchestergraben, Bühne, erklärte er zur „über Jahrhunderte erprobten, ziemlich perfekten Anordnung“.

Die Bühnen der Zukunft sind also die Bühnen der Gegenwart, in neu? Das wollten Ina Hartwig und Alf Mentzer wissen, Mentzer als Moderator, Hartwig, weil sie einen Architektenwettbewerb mit Anforderungen in Auftrag geben muss. Hat der Strukturwandel in der Öffentlichkeit, die Digitalisierung der Gesellschaft, keine Auswirkung auf die Bühnen?, fragte sie.

Bühnen Frankfurt: Bei Streaming noch am Anfang

Da kam Marcus Lobbes ins Gespräch. Er hat am Theater in Dortmund eine ziemlich einmalige Funktion als künstlerischer Leiter der Akademie für Theater und Digitalität. Theater seien traditionell dort angesiedelt, wo die Menschen seien, in den Innenstädten, pflichtete er bei, aber nun hielten sich die Menschen auch tagtäglich im Internet auf, und da müssten auch die Theater hin. „Der physische Raum hat seine Berechtigung, aber wir müssen auch andere Ausspielungsformate nutzen.“

Aus dem Publikum, das zugeschaltet war, regte sich sogleich die Frage, warum die Bühnen in Frankfurt in der Pandemie nicht Inszenierungen, ob nun neu oder alt, streamten? Weil diese nicht fürs Streaming produziert worden seien und die Qualität leide, wenn das Analoge eins zu eins digital wiedergegeben würde, sagte Weber zur Frage des Wie: „Wir stehen da noch ganz am Anfang.“ Für die digitale Zukunft der Theater seien auch nicht nur Künstler:innen, sondern vor allem Techniker:innen zuständig, sagte Lobbes, womit das Wer angesprochen war.

Nora Schmid, die in Graz die Oper in einem neobarocken Gebäude leitet, sagte dann noch, der Plüsch, der Prunk und das Gold wirkten faszinierend auf junge Gäste, was den Rekonstruktionsfreund Jürgen Aha freute, der ebenfalls im Publikum war. Schmid wünschte sich für die Oper Frankfurt, die fünfmal als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet worden war, sie möge in Zukunft ihre Qualität halten.

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