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Frankfurt: Das Museumsuferfest feiert sein Comeback

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Von: Kathrin Rosendorff

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Onur Hakgüder organisiert beim Museumsuferfest den Aufbau der Stände. Im Ordner sind alle verzeichnet.
Onur Hakgüder organisiert beim Museumsuferfest den Aufbau der Stände. Im Ordner sind alle verzeichnet. © Monika Müller

Ab diesem Freitagabend strömen die Menschen nach zweijähriger Corona-Zwangspause wieder nach Frankfurt, um drei Tage lang das Museumsuferfest zu erleben: Museen öffnen ihre Türen, es gibt aber auch sonst viel Programm: Musik, Essen. Aber vorab muss viel organisiert und aufgebaut werden.

Allein 1,2 Millionen Schritte gelaufen und sechs Flaschen Sonnencreme verbraucht haben die sechs Mitarbeiter, die für die Notfallbeschallungsanlage beim Museumsuferfest zuständig sind. Und zwar in den letzten 14 Tagen beim Aufbau. „Ein richtiges Fitnessprogramm haben sie absolviert“, sagt Veranstaltungsleiter Christian Müller am Donnerstagvormittag. 31 Stunden bevor an diesem Freitag ab 18 Uhr das Frankfurter Museumsuferfest nach zwei Jahren Corona-Zwangspause sein Comeback feiert. Drei Tage lang können die Besucher:innen bis Sonntagabend viel erleben: 25 Museen laden mit viel Programm und Führungen in ihre Häuser und Gärten ein. 400 Stände an beiden Ufern des Mains, davon 160 mit Gastroangebot von koreanisch bis polnisch, sind dabei. Und ja klar, Musik und Partys gibt es auch. Am Sonntag um 22 Uhr ist das beliebte musikalische Abschlussfeuerwerk. Die Musikauswahl bleibt wie immer eine Überraschung bis zum Schluss.

Vorab ist sehr viel zu tun: Zehn Kilometer Kabel und 120 Lautsprecher gibt es für die Notfallbeschallungsanlage und Notfallbeleuchtung, die mit Strom und Wasserversorgung als Erstes stehen müssen, bevor die Stände aufgebaut werden können. Müller und seine Kolleg:innen von der städtischen Tourismus+Congress GmbH denken, wie er betont, seit einer Woche nur noch ans „MUF“, wie sie das Museumsuferfest nennen. Auch auf Social Media trende mittlerweile der Begriff MUF, sagt Ines Philipp. Leiterin der Kommunikation.

Sie sitzt mit Müller und Kolleg:innen auf einer Bank im abgesperrten Bereich am nördlichen Mainufer, dort wo die DLRG ihren Standort hat, dort wo alles, was mit der Organisation zu tun hat, zusammenläuft. Unweit ist ein Boot der DLRG auf dem Main unterwegs. Auch sie ist mit einem großen Team dabei. „Das ist unser Krankenwagen beim MUF, denn der kürzeste Weg ist über den Main. Das ist schneller, als wenn ein Krankenwagen bei den vielen Menschen am Museumsufer durchkommen müsste“, sagt Müller. Und nein, es sei nicht so häufig der Fall, dass Menschen ins Wasser fielen. Vom Wespenstich bis zu Kreislaufproblemen, aber auch beim verlorenen Kind sei das DLRG-Team, das beim Fest „Gast-Lebensretter“ wie aus Mühlheim zur Unterstützung dabei hat, im Einsatz.

Das Programm

Von Freitagabend bis Sonntagabend können Besucher:innen 25 Museen, 14 Bühnen und etwa 400 Stände an beiden Ufern des Mains erleben. Das ganze Programm: www.museumsuferfest.de

Die Eröffnung findet am heutigen Freitag um 18 Uhr auf der Bühne des Ehrengasts, der Frankfurt University of Applied Sciences, am nördlichen Mainufer auf Höhe des „Nizza“ statt.

Den Abschluss des Festes bildet das Musikfeuerwerk auf dem Main am Sonntag um 22 Uhr.

Mit dem Kauf eines Museumsufer-buttons , den es in allen Museen für 7 Euro gibt, erhalten Erwachsene Eintritt in alle teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes. Unter 18-Jährige haben freien Eintritt.

Die Chor- und Orgelmeile findet am Samstag (16 bis 21.30 Uhr) und Sonntag (18 bis 20.30 Uhr) in den evangelischen und katholischen Innenstadtkirchen statt. Nacheinander ist in jeder der Kirchen zur vollen Stunde ein 30-minütiges Orgel- (Samstag) beziehungsweise Chorkonzert (Sonntag) zu hören. rose

Wie viele Menschen arbeiten während des Fests? „Wir schätzen zwischen 2000 bis 2500 Menschen“, sagt Philipp. Dazu gehörten neben Leuten, die an den Ständen arbeiteten, auch Securitymitarbeiter:innen und Polizei. 20 Leute von der Frankfurter Fußweg-Reinigung (FFR ) sind im Dauereinsatz beim Fest, 350 Mülltonnen sind extra aufgestellt worden. 2,5 Kilometer allein sind an Wasserleitungen verlegt. „Über eine Million Besucher:innen erwarten wir an den drei Tagen“, sagt Müller. Er betont auch, dass das Sicherheitsgefühl hier besser sei als auf der Zeil. „Hier passiert nichts im Verborgenen und wir können schnell reagieren.“

Auf der anderen Mainseite in Sachsenhausen unweit des Deutschen Filmmuseums sorgt derweil Onur Hakgüder, Referent für Veranstaltungsorganisation, dafür, dass der Standaufbau klappt. In seinem Rucksack hat der 28-Jährige eine dicke Mappe mit den Standplänen, ein T-Shirt zum Wechseln bei der Hitze und Wasser. Seit sieben Uhr morgens ist er unterwegs. Von der Friedensbrücke bis zur Untermainbrücke ist die Zufahrt für den Aufbau nur als Einbahnstraße befahrbar. Genauso vom Abschnitt Eiserner Steg bis Untermainbrücke. „Sonst würden sich die Standbetreiber mit ihren Lkw beim Aufbau gegenseitig im Weg stehen“, erzählt Hakgüder. Damit der Aufbau nicht im Chaos endet, hat jeder Standbetreiber, jede Standbetreiberin einen Tag und eine feste Uhrzeit zugewiesen bekommen, wann sie aufbauen können. Zwischendrin klingelt trotzdem sein Handy, Standbetreiber:innen fragen, wo sie hinsollen. Mit einem Messrad hat Hakgüder bereits vor ein paar Tagen die Markierungen, etwa für den Stand des Deutschen Filmmuseums, abgemessen und mit gelbem Kreidewachs markiert, so dass die Standbetreibenden sehen, wo sie hin müssen. „Ich benutze Kreidewachs, weil das nicht mit dem Regen verwischt, aber auch gleichzeitig nicht das Stadtbild nachhaltig verändert“, sagt er und lacht. Manchmal müsse er umorganisieren, wenn ein Stand doch größer sei als angekündigt. Trotz des Stresses und den langen Arbeitstagen ist er entspannt und super gelaunt. „Meine Freunde fragten mich anfangs immer, was genau ist eigentlich dein Job?“ Er lacht. Bis er es ihnen erklärte. „Die Kunst ist es, dass man eben nicht merkt, wie viel Arbeit es ist, so ein Fest umzusetzen.“

Mittlerweile steht er unten am Sachsenhäuser Mainufer inmitten der Regenbogen-Arena zwischen Holbeinsteg und Untermainbrücke, „Heinz, bring mir mal die Matte rüber“, ruft Claudia Bubenheim, die mit ihrem Xtremeties Eventservice die Veranstaltungen der queeren Community mit zwei Musikbühnen (Disko und Livemusik) organisiert. Die Matte ist eine sogenannnten Schwermatte, damit beim Ausladen aus dem Lastwagen der Rasen nicht kaputt geht. Bubenheim betont, sie sei froh, dass das Museumsuferfest nach zwei Jahren Pause wieder da sei: „Es ist wichtig, dass Künstler sich hier wieder präsentieren können“, sagt sie. Zum ersten Mal gebe es in der Regenbogen-Arena nur vegetarisches und veganes Essen. „Vegane Burger, veganer Kebab.“

Kommunikationsleiterin Ines Philipp betont am Schluss: „Warum machen wir das alles? Für unsere Museen.“ Mit dem Museumsuferbutton für sieben Euro könnten Besucher:innen auch mal die Häuser entdecken, auf die sie auf den ersten Blick vielleicht nicht so viel Lust hätten. Viele kämen nach dem Fest wieder. „Das Museumsuferfest ist ein fröhliches Sommerfest, um unseren Museen und der Kulturlandschaft den roten Teppich auszurollen.“

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