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Frankfurt: Das Fundament für das Bornheimer Hallenbad steht

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Von: Timur Tinç

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Neben der Eissporthalle entsteht das Familienbad Bornheim. Foto: Renate Hoyer
Neben der Eissporthalle entsteht das Familienbad Bornheim. © Renate Hoyer

Das Familienbad Bornheim soll trotz einiger Verzögerungen Ende 2023 fertig sein. Die Baukosten werden sich allerdings um 15 bis 17 Prozent erhöhen, schätzt ABG-Chef Frank Junker.

Frank Junker ist ehrlich erstaunt. „Ich habe selten so eine saubere Baustelle gesehen“, sagt der Geschäftsführer der ABG Frankfurt-Holding. Er blickt am Freitag auf geordnete Haufen von Stahlbeton, Holz und weiteren Materialien, die für den Neubau des „Familienbads Bornheim“ benötigt werden. Außerdem weisen rote Markierungen den Weg zwischen den verschiedenen Lageflächen auf dem fertigen Gebäudefundament.

Trotz einiger Verzögerungen ist Junker optimistisch, dass das Bad Ende 2023 eröffnen kann. Ursprünglich hieß es September 2023. Die Baukosten werden sich aufgrund der aktuellen Marktsituation allerdings um 15 bis 17 Prozent erhöhen, schätzt Junker. Geplant waren 35 Millionen Euro netto für das Hallenbad direkt neben der Eissporthalle, das das in die Jahre gekommene Panoramabad ersetzen soll.

Zu den Verzögerungen sei es wegen Altlasten gekommen, die „trotz ausführlicher Bodenuntersuchungen“ gefunden wurden. Neben alten Kanalrohren, Schrott und Kabeln wurden auch Granaten geborgen. Der Fund einer 250-Kilogramm schweren Bombe legte die Baustelle ebenfalls für ein paar Tage lahm; sie war allerdings schon entschärft. Aktuell sind die größten Herausforderungen, wer wann wie wo hinkann.

„Wir haben unfassbar viele Abstimmungsthemen“, sagt Sascha Schirmer, Bauleiter der Ed. Züblin AG, die das Schwimmbad im Auftrag der ABG baut. Zum einen die Spiele von Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt, der in der angrenzenden Eissporthalle seine Play-off-Partien austrägt. Die Feuerwehr muss jederzeit genügend Platz haben. Auf dem Festplatz wird parallel die Dippemess aufgebaut.

Gestern wurde die Baustelle von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) als „Nachhaltige Baustelle“ vorzertifiziert. „Wir lassen den Beton digital anliefern“, erläuterte Johannes Graf, Leiter der Direktion Mitte der Ed. Züblin AG, einen der Aspekte des nachhaltigen Arbeitens.

Das heißt: Statt dass zehn Fahrzeuge in einer Reihe stehen und CO2 in die Luft pusten, kommen die Fahrzeuge koordiniert an. Zudem seien die Maschinen mit Lärm- und Staubschutz ausgestattet. Die Dachfläche des Bads soll eine 510 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit 298 Modulen bekommen, um so 60 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen. Außerdem soll die Abwärme der Eissporthalle über eine Wärmepumpe dem Bad zugeführt werden. Auf der Baustelle werde zudem zu 100 Prozent Ökostrom genutzt

„Wir wollen unseren Beitrag leisten“, sagt Graf. „Das kostet uns Geld, aber wir glauben, dass wir dadurch unsere Prozesse effizienter machen können und es sich somit auch wirtschaftlich rechnet.“

Die Bruttogeschossfläche des Neubaus beträgt 9700 Quadratmeter und die Wasserfläche rund 900 Quadratmeter, jeweils gut 30 Prozent mehr als im alten Panoramabad. Die Bauarbeiten für den Innenbereich muss die ABG Holding noch ausschreiben.

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