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Frankfurt

Frankfurt: Das Ende des Elfers

Der Vermitere verlängert den Vetrag mit dem Ckub nicht. Mitbetreiberin Barkmann ist überrascht.

Die Kündigung kam aus heiterem Himmel vor einer Woche per E-Mail – vom Anwalt. Janina Barkmann, Mitbetreiberin des Elfer Clubs in der Klappergasse, konnte es nicht glauben. „Es gab keinerlei Vorzeichen. Gerade erst hatten wir neue Toiletten und eine Belüftungsanlage eingebaut, es sollte noch mehr renoviert werden. Morgen, am 8. Oktober, sollte die Wiedereröffnung nach eineinhalb Jahren Corona-Pause sein. Alle waren schon ganz aufgeregt und freuten sich darauf, endlich wieder Leben in den Club zu bringen“, erzählt Barkmann.

Und dann der Brief. „Die Kündigung habe nichts mit uns zu tun, sondern erfolge aus rein wirtschaftlichen Gründen, hat der Vermieter geschrieben.“ Dieser wolle nicht mehr als einen gewerblichen Mieter im Haus haben. Im Erdgeschoss befindet sich das „Mega Discostadl“, das sich im Internet die „verrückteste Partyhütte Frankfurts“ nennt und einen Außenbereich mit Getränkestand und Burgergrill bietet. Nun soll der Elfer Club den Keller bis Dezember räumen. „Es lohnt sich nicht mehr, überhaupt wieder aufzumachen“, bedauert Barkmann. Das jähe Ende macht sie traurig. „Ich hatte gerade angefangen, neues Personal einzustellen. Alle waren froh, dass es weitergeht.“

Seit 2013 residierte der Elfer Club im Keller der Klappergasse 5. Früher war er neben der früheren Batschkapp in der Maybachstraße in Eschersheim beheimatet. Newcomer-Bands konnten im Elfer auftreten, auf Party-Abenden legten Nachwuchs-DJs aus Frankfurt und Umgebung auf. Die Eintrittspreise wurden möglichst gering gehalten, damit sich jeder den Abend inklusive Getränken leisten konnte. „Das war unser Konzept, und das wollen wir so fortführen. Wir wollen kein schicker, teurer 20-Euro-Club sein, sondern wir laden gern alternative Bands ein, abseits des Mainstreams“, erklärt Barkmann. Das Konzept funktionierte, auch dank des guten Verhältnisses zum Vermieter, und zog viel junges Publikum an. Dass der Club damals nach Alt-Sachsenhausen umziehen konnte, war Glück: „Das Haus in der Klappergasse wechselte gerade den Besitzer und der suchte neue Mieter“, erinnert sich Janina Barkmann.

Ein neues Domizil zu finden, sei mittlerweile viel schwieriger geworden, ob im Partyviertel Alt-Sachsenhausen oder anderswo in Frankfurt. „Die Preise sind unglaublich gestiegen, da können wir mit unserem Konzept nicht mithalten“, bedauert Barkmann. Sie werde dennoch nach einem neuen Standort Ausschau halten. Ob die Stadt ihr dabei helfen kann, bezweifelt sie. „Wenn uns jemand unterstützen möchte, freue ich mich natürlich.“ Frankfurt den Rücken kehren möchte der Club nicht. „Das Einzige, was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Umzug nach Offenbach, wo es vielleicht nicht ganz so teuer und schwierig ist, etwas zu finden.“

Der Elfer ist der vierte Musikclub, der in Sachsenhausen schließt. Ende 2018 musste das „Spritzehaus“ in der Großen Rittergasse nach 40 Jahren schließen. 2019 machte das „Summa Summarum“ im Steinernen Haus dicht, wo zumeist Konzerte regionaler Bands stattfanden. Der Clubkeller in der Textorstraße gab im September 2020 auf. Der Vermieter wollte sich nicht auf einen längerfristigen Vertrag einlassen, der es dem Betreiber ermöglicht hätte, mehr zu investieren, beispielsweise in Lärmschutz. Dort hatte es Probleme mit Nachbarn gegeben, die sich wegen Partykrachs beschwerten.

Nur der „Ponyhof“, ebenfalls in der Klappergasse, hält sich weiterhin wacker mit einem gemischten Programm aus Konzerten und Partys, das nicht das übliche Klientel des Kneipenviertels, sondern Musik- und Kulturfreunde anzieht.

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