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Ashraf El Weshahy (l.) unterrichtet seinen Schützling Omid Ahadi in mehreren Fächern.
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Ashraf El Weshahy (l.) unterrichtet seinen Schützling Omid Ahadi in mehreren Fächern.

Frankfurt

Frankfurt: Dank Mentor zum Abschluss

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Ashraf El Weshahy hilft einem 22-jährigen Afghanen seinen Hauptschulabschluss zu bestehen. Der hat sich sogar noch höhere Ziele gesteckt.

Ashraf El Weshahy hat sich zu dem jungen Mann neben ihm gewandt und zeigt auf eine Stelle im Textbuch. Omid Ahadi nickt und notiert sich etwas. Der 53 Jahre alte El Weshahy ist seit knapp einem Jahr der Mentor des 22-Jährigen. Gemeinsam haben sie viele, viele Stunden gelernt. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Bald wird Omid Ahadi die Urkunde seines Hauptschulabschlusses in seinen Händen halten.

„Als wir uns kennenlernten, hat es sofort gut funktioniert“, erinnert sich El Weshahy an das erste Treffen. Dieses sei kein Zufall gewesen, sondern im Rahmen des Socius-Mentorenprogramms des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach erfolgt. Er sei vorher lange auf der Suche nach einem professionellen Programm gewesen. Durch einen Tipp seiner Frau sei er dann auf Socius gestoßen und habe 2019 mit der Ausbildung angefangen. „Das war sehr spannend.“

Sein Zögling Ahadi war für den 53-Jährigen ein Glücksgriff. „Omid ist mir ans Herz gewachsen“, sagt El Weshahy. Das Vertrauensverhältnis zwischen ihnen sei wichtig. „Omid gibt mir viel. Ich habe selbst viel gelernt.“ Der Hattersheimer El Weshahy sagt, die Arbeit sei sehr erfüllend gewesen.

Auch der 22-Jährige schätzt die Zeit mit seinem Mentor. „Wir sind nicht nur Schüler und Lehrer, wir sind Freunde.“ Fast jeden zweiten Tag trafen sich die beiden in den zurückliegenden Monaten. Meist im Bibliothekszentrum im Stadtteil Höchst. Dann wurde gepaukt. Deutsch, Mathe, Englisch, Physik, Chemie, Biologie und Politik. „Omid hat ein Riesenpotenzial, er wollte unbedingt lernen“, lobt El Weshahy.

Omid Ahadi kam 2015 aus Afghanistan nach Deutschland. Er absolvierte einen Sprachkurs und wollte unbedingt auf eine Schule gehen. Nach einer langen Wartezeit klappte es dann endlich. Der 22-Jährige konnte zum ersten Mal in seinem Leben eine Schule besuchen, in Afghanistan habe er nie Unterricht gehabt. Umso beeindruckender, dass er nun bald seinen Hauptschulabschluss haben wird.

Und was dann? „Ich will meinen Realschulabschluss noch machen“, sagt Ahadi. Er hofft, dass sein Mentor ihm weiter hilft. „Ich habe von ihm nicht für die Schule gelernt, sondern für das Leben.“

Auch El Weshahy will den 22-Jährigen weiter begleiten. Der hat schon das nächste Ziel vor Augen: Eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter. Um anderen zu helfen und etwas zurückzugeben.

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