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Coronavirus rückt näher - Frankfurt: Experten forschen in Uniklinik

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Die Behandlung der zwei Wuhan-Rückkehrer brachte der Uniklinik Frankfurt neue Erkenntnisse über das Coronavirus. Zum Beispiel, dass auch symptomfreie Patienten ansteckend sein können.

  • Coronavirus breitet sich aus
  • Uniklinik Frankfurt: Experten forschen an Coronavirus
  • Auch symptomfreie Patienten können Covid-19 übertragen

René Gottschalk bleibt dabei: „Das neue Coronavirus ist nicht so dramatisch wie die Grippe“, sagt der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Rund 130 Menschen seien in der aktuellen Saison an Influenza gestorben, gegen die es einen Impfstoff gebe. Wohingegen bei den bislang 16 Corona Patienten in Deutschland die Erkrankung stets moderat verlief. Keiner von ihnen schwebte je in Lebensgefahr. Trotzdem sei die Angst vor dem neuen Coronavirus, das inzwischen auf den Namen Covid-19 getauft wurde, ungleich größer.

Coronavirus rückt näher: "Hat sich vermutlich schon längst verteilt"

Und sie ist nach dem Wochenende noch gewachsen. Das Coronavirus rückt näher. Behörden in Italien haben den Karneval in Venedig vorzeitig beendet. Riegelten mehrere Orte im Norden des Landes ab. Gottschalk zweifelt an der Wirksamkeit der Aktion: „Das ist gut gemeint, aber das Virus hat sich vermutlich schon längst verteilt.“ Auch in Deutschland könne die Zahl der Infizierten noch steigen. Doch für eine Stadt wie Frankfurt kann er sich Quarantäne nicht vorstellen. Die medizinische Versorgung in der Uniklinik sei gut. Erkrankte fänden schnell Hilfe.

Frankfurt: Experten veröffentlichen Erkenntnisse über Coronavirus

Anfang Februar hatten Experten des Frankfurter Gesundheitsamts und der Uniklinik die rund 126 China-Rückkehrer begleitet. Die überwiegend deutschen Staatsangehörigen waren von Wuhan nach Frankfurt ausgeflogen worden. Mit Partnern des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg haben die Frankfurter ihre Erkenntnisse über das Coronavirus jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Coronavirus: Passagiere des Wuhan-Fluges wiesen Symptome auf

Schon während des Fluges waren demnach zehn Patienten isoliert worden. Sie hatten entweder Kontakt zu potenziellen oder bestätigten Fällen von Covid-19, wiesen selbst Symptome auf oder ihre Angehörigen. Bei keinem bestätigte sich eine Infektion mit dem Coronavirus. Um größtmögliche Sicherheit herzustellen, boten die Experten allen Reisenden einen Abstrich an. Dabei wurden zwei Personen positiv getestet, die beim Screening der Symptome nicht aufgefallen waren. Nachdem die Marburger die Ergebnisse bestätigten, wurden die beiden auf der Sonderisolierstation der Uniklinik in Frankfurt behandelt. Eine Woche später wies ein Patient keine, die andere Patientin sehr milde Symptome auf. Beide sind inzwischen entlassen.

Neue Erkenntnisse durch Behandlungen in Frankfurt

Die Behandlung der Patienten in der Uniklinik Frankfurt brachte folgende neue Erkenntnisse: Ein Rachenabstrich für den Virusnachweis reicht aus, was auch einen Hinweis auf eine Ansteckungsgefahr für Menschen geben könnte. Und auch symptomfreie Patienten können das Coronavirus potenziell übertragen. Doch das, sagt Gottschalk, seien nur Einzelfälle. Er bleibt dabei: In der Regel erfolge die Ansteckung per Tröpfcheninfektion durch Husten und Niesen. Händewaschen bleibe der beste Schutz.

Universitätsklinik Frankfurt: Forschungen gehen weiter

Unterdes gehen die Forschungen weiter, so die Uniklinik Frankfurt. Nachdem es gelungen sei, SARS-CoV-2 in Zellkulturen anzuzüchten, werde intensiv nach Wirkstoffen zur Therapie gesucht. Auch gehen die Virologen der Frage nach, wie lang das Coronavirus in eingetrocknetem Zustand auf Oberflächen infektiös bleibt. Und was es für seine Vermehrung benötigt. „Diese Erkenntnisse könnten zum Verständnis beitragen, warum einige Menschen nur leichte oder keine Symptome haben, während andere an der Erkrankung versterben.“

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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