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Die Absage des Weihnachtsmarktes gilt als sicher. 

Einschnitte

Weihnachtsmarkt Frankfurt: Absage wegen Corona so gut wie sicher ‒ Weitere Einschnitte geplant

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Jutta Rippegather
    Jutta Rippegather
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Dass der Weihnachtsmarkt in Frankfurt abgesagt wird, ist so gut wie sicher. Doch in der Diskussion um zusätzliche Regelungen zur Eindämmung des Virus tut sich die Stadtpolitik schwer.

  • Die Stadtregierung in Frankfurt hat über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise beraten.
  • Es ging um den Weihnachtsmarkt, Sperrstunden in der Gastronomie und die Maskenpflicht.
  • Zu einem eindeutigen Ergebnis kam der Magistrat aber nicht.

Frankfurt - Wegen der Ausbreitung des Coronavirus diskutiert die Stadtregierung in Frankfurt neue Einschnitte in das öffentliche Leben. Zum einen geht es um die Absage des traditionsreichen Frankfurter Weihnachtsmarktes, der üblicherweise drei Millionen Menschen anzieht. Auf dem Tisch liegt außerdem eine Erweiterung der Sperrstunde für die Gastronomie. Sie gilt derzeit von 23 bis 6 Uhr und könnte auf 21 bis 6 Uhr erweitert werden.

Frankfurt entgleitet in der Corona-Pandemie die Kontrolle

Auch eine Ausweitung der Maskenpflicht im Stadtgebiet besprach der Magistrat. Sie könnte künftig bis zum Alleenring gelten und nicht nur wie bisher innerhalb des Anlagenringes. Eine außerordentliche Sitzung des Magistrats am späten Freitagabend (23.10.2020) fasste jedoch wider Erwarten keine bindenden Beschlüsse. Sie sollen jetzt von der Koalitionsrunde der Römer-Koalition am 27. Oktober getroffen werden.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte die Magistratssitzung wegen der steigenden Corona-Fallzahlen kurzfristig einberufen. Warum die Runde keine Entscheidungen traf, konnte OB-Sprecher Olaf Schiel nicht erklären. Zu spüren war am Freitagabend jedoch eine Verunsicherung der Kommunalpolitiker. Ihnen entgleitet die Kontrolle der Corona-Pandemie. Im Grunde, so hieß es von Sitzungsteilnehmern, habe die Politik jetzt ihre Möglichkeiten bald ausgeschöpft.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt sollte verkleinert werden

Die Absage des Weihnachtsmarktes gilt als sicher. Die Stadt hatte versucht, das größte Frankfurter Volksfest noch durch Verkleinerung zu retten. Es sollte von 240 auf 100 Buden und Stände schrumpfen und auf eine größere Fläche auseinander gezogen werden. Aber es haben bereits 60 Betreiber der Kommune abgesagt. Als einziges Zeichen der Vorweihnachtszeit in Frankfurt bleibt wohl jetzt der geschmückte Weihnachtsbaum, der wie immer vor dem Römer aufgestellt wird. In einem normalen Jahr nimmt die Stadt durch den Weihnachtsmarkt eine Million Euro ein, hat allerdings auch immer höhere Kosten.

Der Vorsitzende des Verbandes der Schausteller, Thomas Roie, sprach von einer existenzgefährdenden Situation für die Branche. „Es geht jetzt um das nackte Überleben.“ Roie forderte finanzielle Unterstützung des Landes Hessen. In Niedersachsen und Baden-Württemberg hätten die Landesregierungen bereits mit Finanzpaketen reagiert. „Wir haben jetzt seit fast zwölf Monaten keine Umsätze mehr gehabt“, sagte der Schausteller. Dennoch sei die Absage in Frankfurt richtig, um nicht das Leben von Menschen zu gefährden. (Claus-Jürgen Göpfert und Jutta Rippegather mit dpa)

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