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Feindbild Bill Gates: Am vergangenen Samstag wurden in Frankfurt Verschwörungserzählungen verbreitet. 

„Hygienedemos“

Frankfurt: Schon wieder Corona-Proteste - das planen die Gegendemonstranten

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Der Aktivist Hajo Köhn will kommendes Wochenende wieder eine Kundgebung gegen die Corona-Auflagen abhalten. Linke Gruppen und Initiativen werden wieder dagegen protestieren.

  • Corona-Krise* in Frankfurt: „Hygienedemos“ geplant
  • Occupy-Aktivist organisiert Protest gegen Corona-Maßnahmen
  • Linke Gruppen und Initiativen mit Kundgebungen gegen Corona-Proteste in Frankfurt

Frankfurt - Gegner der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie wollen auch am kommenden Samstag wieder in Frankfurt auf die Straße gehen. Der frühere Occupy-Aktivist Hajo Köhn, an dessen Kundgebung am Roßmarkt am vorigen Samstag bis zu 300 Menschen teilgenommen hatten, sagte der Frankfurter Rundschau, er habe ab 15 Uhr eine Kundgebung an der Weseler Werft angemeldet. „Da haben wir mehr Platz, da gibt es keinen Abstandsstress“, sagte Köhn. Im Internet wird parallel wieder in die Innenstadt mobilisiert.

„Hygienedemos“ gegen Corona-Maßnahmen: Abstand soll eingehalten werden

Im Gespräch mit der FR zeigte Köhn sich sehr zufrieden mit dem Verlauf seiner ersten Kundgebung. Sein Ziel sei weiterhin, eine Plattform für vernünftige Kritik am Umgang mit der Pandemie zu bieten. Er sei überzeugt, dass die Mehrheit der Protestierer besorgte Bürger und keine Anhänger von Verschwörungstheorien seien. 

An der Weseler Werft wolle er die aus seiner Sicht ungenügenden staatlichen Vorkehrungen gegen eine mögliche zweite Infektionswelle thematisieren und Betroffene der Krise zu Wort kommen lassen, etwa Eltern oder Gastronomen. Er rufe dazu auf, bei der Kundgebung Abstand voneinander zu halten.

Demonstrationen gegen Corona-Auflagen: 1.000 Menschen in Frankfurt dabei

Am vergangenen Samstag hatten mehr als 1000 Menschen gegen unterschiedliche Ansammlungen von Gegnern der Corona-Auflagen demonstriert und vor rechter Hetze und Verschwörungsmythen gewarnt. An der Hauptwache, auf dem Opernplatz und am Roßmarkt waren sie zum Teil direkt auf die Kritiker der Corona-Beschränkungen getroffen, die Lage war teilweise unübersichtlich. 

Die Polizei hatte versucht, beide Lager zu trennen, war damit aber nicht überall erfolgreich. An Köhns Kundgebung und den übrigen Protesten gegen die Corona-Politik hatten sich eher unauffällige Bürger, aber auch Anhänger von Verschwörungsideologien beteiligt. 

Protest gegen Corona-Maßnahmen: Mann zeigt Hitlergruß und wird festgenommen

Wie ein Polizeisprecher der FR sagte, hat die Polizei im Nachgang der Proteste drei Strafverfahren eingeleitet. In einem Fall soll ein Mann am Goetheplatz den Hitlergruß gezeigt haben, in einem zweiten Fall wird wegen gegenseitiger Körperverletzung gegen zwei Männer ermittelt, die sich eine körperliche Auseinandersetzung geliefert haben sollen. Insgesamt seien die Versammlungen aus Sicht der Polizei aber friedlich verlaufen, sagte der Sprecher.

Die Initiative „Aufklärung statt Verschwörungsideologien“, die am vergangenen Samstag gemeinsam mit linken Gruppen gegen die Kritiker der Corona-Auflagen mobilisiert hatte, will auch nächsten Samstag protestieren. Man werde dagegenhalten, „solange die reaktionäre und rechte Inhalte auf die Straße tragen wollen“, sagte Timo Brym, ein Sprecher der Initiative, der FR. Man werde versuchen, wieder alle Anti-Corona-Demos mit Gegenprotesten zu stören.

Er sei sehr zufrieden, dass das am Wochenende geklappt habe, sagte Brym. „Wir konnten den ganzen Tag über verhindern, dass die sich ungestört treffen.“ Zudem habe es dieses Mal keinen Demonstrationszug der Einschränkungsgegner gegeben wie in der Woche zuvor.

Von Hanning Voigts

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Auch wenn die Maßnahmen gelockert wurden: In Limburg gibt es weiterhin Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen.

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