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Corona-Skeptiker wollen auch am kommenden Wochenende wieder auf die Straße gehen.

Hygienedemos

Frankfurt: Corona-Protest am Mainufer

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In Frankfurt wollen Corona-Skeptiker an der Weseler Werft und an der Alten Oper demonstrieren. Die Initiative „Aufklärung statt Verschwörungstheorien“ ruft wieder zu Gegenprotesten auf.

Picknickdecken sind ausdrücklich erwünscht. „Wir sind Bürger aus der Mitte“, heißt es in der Einladung, man wolle friedlich protestieren. Unter dem Motto „Hände weg vom Grundgesetz“ wollen am heutigen Samstag wieder Gegner der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie ihren Unmut kundtun. Der frühere Occupy-Aktivist Hajo Köhn, an dessen Kundgebung auf dem Roßmarkt sich am vergangenen Samstag bis zu 300 Menschen beteiligt hatten, hat diesmal ab 15 Uhr eine Kundgebung an der Weseler Werft angemeldet.

Köhn, der eine Verbreiterung der Proteste anstrebt, will ans Mainufer, weil dort mehr Platz ist als in der Innenstadt. So gebe es auch bei größerer Beteiligung keine Probleme, sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten, hatte Köhn der Frankfurter Rundschau gesagt. Bei seinen Anhängern stößt der 67-Jährige damit nicht nur auf Zustimmung: In den Telegram-Chats, über die die Gegner der Corona-Regelungen sich organisieren, schlägt Köhn auch Kritik entgegen. An der Weseler Werft werde man viel weniger wahrgenommen, heißt es dort etwa, den Protesten drohe dort der „Spirit“ verloren zu gehen.

Mehrere Gruppen erwartet

Es ist daher zu erwarten, dass sich letztlich nicht nur an der Weseler Werft Gegner der Corona-Beschränkungen versammeln werden. Im Internet wird beispielsweise dazu aufgerufen, sich ab 14 Uhr zu einem „Spaziergang“ an der Alten Oper zu treffen. Auf dem Opernplatz treffen sich schon seit Wochen samstags kleinere Grüppchen, um Verschwörungsmythen zur Corona-Pandemie zu verbreiten.

Wie in der vergangenen Woche dürfte die Protestlage daher eher unübersichtlich werden. Die Initiative „Aufklärung statt Verschwörungstheorien“, die vor einer Woche mehr als 1000 Menschen zu Gegenprotesten mobilisiert hatte, will erneut gegen die Corona-Skeptiker auf die Straße gehen. Es seien „Verschwörungsideolog*innen und rechte Hetzer*innen“ in der Stadt unterwegs, das werde man „nicht unkommentiert lassen“, teilte die Initiative mit. Ein Sprecher sagte der FR, man werde sowohl in der Innenstadt als auch an der Weseler Werft Präsenz zeigen. Ab 14 Uhr ist dafür eine Kundgebung unter der Flößerbrücke angekündigt, bereits ab 11 Uhr eine weitere an der Hauptwache.

Eine Polizeisprecherin sage der FR auf Anfrage, man werde überall in der Stadt im Einsatz sein und dafür sorgen, dass alle Seiten ihr Recht auf Versammlungsfreiheit ausüben könnten.

Hanning Voigts

Bei einem Gottesdienst der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde in Frankfurt hat sich eine größere Zahl von Menschen mit Corona infiziert. Gläubige aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet sind betroffen.

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