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Sehr beliebt war die neue Sonderausstellung zu Max Beckmann in Frankfurt im Städel. Wer die Bilder sehen wollte, musste aber Geduld mitbringen
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Sehr beliebt war die neue Sonderausstellung zu Max Beckmann in Frankfurt im Städel. Wer die Bilder sehen wollte, musste aber Geduld mitbringen.

Hohe Nachfrage

Nach Corona-Lockdown: Frankfurt erwacht zum Leben - lange Schlangen in der Stadt

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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In Frankfurt drängen sich nach dem monatelangen Corona-Lockdown die Menschen zum Shoppen. Lange Schlangen bilden sich. Auch die Museen sind gut besucht.

  • Der Lockdown zur Bekämpfung des Coronavirus hat auch in Frankfurt Spuren hinterlassen.
  • Der Andrang auf die Geschäfte und Museen in Frankfurt nach dem Corona-Lockdown war riesig.
  • In der Innenstadt von Frankfurt bildeten sich lange Schlangen.

Frankfurt - Wieder in echt shoppen gehen zu dürfen, sei wichtig fürs Seelenheil. So drückt es eine Kundin am Samstagmittag bei Hugendubel in der Innenstadt von Frankfurt aus. Es ist seit November das erste Wochenende seit dem Corona-Lockdown, an dem die Läden wieder unter Abstands- und Hygieneauflagen Kund:innen reinlassen dürfen.

Die Frau aus Bad Vilbel hält ein Gartenbuch in der Hand. „Online Bücher zu kaufen, mag ich nicht. Ich muss Bücher durchblättern.“ Sie genieße es, dass noch so wenig los sei. „Ich glaube, viele wissen gar nicht, dass man wieder reindarf. Und andere sind vielleicht zögerlich, jetzt, wo die dritte Corona-Welle droht.“ Doch gerade als die 53-Jährige dies ausspricht, wird es voller. 150 Menschen dürfen gleichzeitig hier sein. Ein Herr am Eingang zählt. Anders als in anderen Geschäften, muss man sich in Buchhandlungen nicht vorab anmelden und auch nicht seine Kontaktdaten hinterlassen.

Nach Corona-Lockdown: Frankfurt erwacht zu neuem Leben

Vor ein paar Tagen schon haben sich Mara (23) und Valentin (25) für einen Termin bei Cartier in der Goethestraße in Frankfurt registriert. „Wir kaufen wegen Corona eigentlich lieber online ein. Aber unsere Eheringe wollen wir in echt aussuchen“, sagt Mara. Roségold sollen sie sein. Passend zu den Verlobungsringen. Während es in der Goethestraße eher ruhig ist, ist auf der Frankfurter Zeil trotz Regen einiges los. Bei der Modekette Bershka im My Zeil ist ab 11.35 Uhr kein „Click&Meet“, mehr möglich. „Wir haben den ersten freien Termin erst wieder am Montag“, sagt eine Angestellte den jungen Leuten, die sich anstellen wollen.

Oben bei Saturn können sich Kund:innen noch spontan von einer Angestellten registrieren lassen. Da sie alleine ist, bildet sich vor ihr eine kleine Schlange. Eine Frankfurterin und ihre Tochter dürfen gleich durch, weil sie sich vorab angemeldet haben. Wie viele haben sie gleich mehrere Shoppingtermine für den Tag vereinbart. „In den Läden selbst ist es sehr entspannt. Aber es nervt, dass die Zeit limitiert ist. Bei P&C hatten wir 45 Minuten, hier nur 20 Minuten Zeit.“

Lange Schlangen vor Geschäften in Frankfurt nach Corona-Lockdown

Eine junge Frau hat bei P&C an der Konstablerwache in der Innenstadt von Frankfurt zwei Zeitfenster hintereinander gebucht. Vor dem Kaufhaus bildet sich eine lange Schlange, aber die Leute bewegen sich schnell vorwärts, alle haben einen Termin. Ein älterer Herr spricht eine Angestellte an: „Also ich bekomme das mit der Online-Anmeldung mit diesem QR-Code nicht hin. Und bei der Hotline ist dauernd besetzt.“ Sie sagt ihm, dass der nächste Termin erst in zwei Stunden, also um 17 Uhr, frei sei. So lange will er nicht warten.

Auch vor den beiden H&M-Läden in Frankfurt ist viel los. Eine Kundin sagt: „Ich brauche Frühlingssachen für meine Tochter, sie ist aus ihren Sachen rausgewachsen.“ Aber sie stehe hier mit gemischten Gefühlen. „Denn obwohl ich angemeldet bin, gibt es eine Schlange und die Leute stehen sehr eng. Warum kontrolliert das niemand?“ Auch vor C&A gibt es wenig Abstand in der Extra- Schlange für Leute, die spontan gekommen sind. Eine 15-Jährige sagt, sie sei bereit, zwei Stunden zu warten: „Es ist etwas anderes, Sachen in echt zu sehen und gleich anzuprobieren und nicht zurückschicken zu müssen.“

Aber nicht alle sind beim Shoppen, auch Kunst anschauen ist angesagt. Im Städel sind alle Zeitfenster fürs Wochenende ausgebucht. 160 Menschen pro Stunde dürfen hinein. Von 10 bis 18 Uhr ist das Museum geöffnet. Adriana (32) ist im November von Polen nach Frankfurt gezogen. „Also mitten im Corona-Lockdown. Es ist mein erstes Mal im Städel. Es ist toll. Und endlich mal was anderes als Spazierengehen.“

Nach Corona-Lockdown: Besucher des Städel fühlen sich sicher

Sie fühle sich auch sicher. „Es gibt genügend Platz, alle tragen Maske.“ Nur oben bei der neuen Sonderausstellung zu Max Beckmann in Frankfurt bildet sich eine Schlange. 45 Minuten haben Dennis Bruns und seine Freundin Eva García gewartet, bis sie in die drei Räume dürfen. Aber die Vorfreude überwiegt. „Wir sind aufgeregt“, sagt Bruns. Nils Könning (20) betrachtet da bereits Beckmanns Bild „Die Synagoge in Frankfurt am Main“. Das kulturelle Leben hat ihm sehr gefehlt. „Von klein auf gehe ich in Museen. Jetzt wieder hier sein zu können, gibt mir dieses Glücksgefühl wie als Kind.“ Es sei eine große Befreiung, das Leben komme langsam wieder in Gang. (Kathrin Rosendorff)

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