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In einer Asylunterkunft in Frankfurt-Bockenheim haben sich 65 Bewohner und zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Quarantäne

Frankfurt: Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft

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In einer Asylunterkunft in Frankfurt-Bockenheim haben sich 65 Bewohner und zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen werden jetzt in Hotels untergebracht.

In einer Frankfurter Flüchtlingsunterkunft haben sich 65 Geflüchtete und zwei Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Stadt Frankfurt mitteilte, ist ein Bewohner der in Bockenheim gelegenen Unterkunft mit Symptomen ins Krankenhaus gebracht worden. Daraufhin seien in der vergangenen Woche zunächst die Kontaktpersonen des Mannes und dann alle übrigen Bewohner getestet worden. Rund 50 Personen würden noch getestet.

Als Reaktion auf den Ausbruch wurden der Stadt zufolge elf infizierte Geflüchtete in ein Hotel gebracht, 52 weitere Flüchtlinge und ihre Familien wurden innerhalb des Gebäudes isoliert und sollen am heutigen Freitag in ein anderes Hotel umziehen. Die beiden Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes befänden sich in häuslicher Quarantäne. Die rund 300 nicht infizierten Bewohnern der Unterkunft werden dort unter Aufsicht des Gesundheitsamts zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Zudem müssen sie außerhalb ihrer Zimmer Atemschutzmasken tragen.

Wie weiter mitgeteilt wurde, hatte das Rote Kreuz die Hygieneregeln in der Unterkunft bereits seit Mitte März verschärft, Desinfektionsmittel bereitgestellt und die sanitären Anlagen häufiger reinigen lassen. Seit dem 18. März bestand für alle Bewohner der Unterkunft ein generelles Besuchsverbot. Man habe zudem Mund-Nasen-Schutz verteilt und die Bewohner informiert.

Als Konsequenz aus dem Ausbruch hat das Frankfurter Gesundheitsamt angeordnet, dass ab sofort in allen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge oder Wohnungslose Atemmasken getragen werden müssen. Man hoffe auf das Verständnis aller Beteiligten, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Timmo Scherenberg vom Hessischen Flüchtlingsrat sagte der Frankfurter Rundschau, der Ausbruch zeige die generelle Problematik großer Gemeinschaftsunterkünfte. „Trotz aller Maßnahmen ist die Unterbringungsform Massenunterkunft schlicht ungeeignet, um Menschen längerfristig unterzubringen, erst recht in Zeiten von Corona“, sagte Scherenberg. In den Einrichtungen könnten die Bewohner nicht wirksam Abstand voneinander halten. Große Unterkünfte müssten aufgelöst und die Geflüchteten dezentral in Wohnungen untergebracht werden.

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