1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Conrad Electronic schließt auf der Zeil

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kathrin Rosendorff

Kommentare

Frankfurt 13.4.2022 Elektroladen Conrad an der Konstabler Wache, Thema: Firma schließt demnächst alle Filialen
Frankfurt 13.4.2022 Elektroladen Conrad an der Konstabler Wache, Thema: Firma schließt demnächst alle Filialen © Monika Müller

Das Elektronikfach-Geschäft an der Konstablerwache ist bald Geschichte. Das Unternehmen schließt bundesweit bis Ende des Jahres fast alle seine Läden für Endkund:innen.

Der Elektronikfachhändler Conrad Electronic verabschiedet sich aus Frankfurt. Wie das 1923 in Berlin gegründete Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird es sein Ladengeschäft an der Konstablerwache nur noch bis Mitte November betreiben. Denn bis Ende des Jahres plant das Unternehmen, fast alle Zweigstellen seiner Elektronikfachmärkte für Privatkund:innen bundesweit zu schließen.

Nur das Geschäft im bayerischen Wernberg-Köblitz soll für Endverbraucher:innen erhalten bleiben. Ansonsten wird das Unternehmen seinen stationären Handel auf Geschäftskunden und -kundinnen beschränken. Alle anderen können künftig nur noch im Onlineshop von Conrad Electronics ihren Warenkorb füllen. Die Ladenschließungen begründet das Unternehmen in einer Pressemitteilung damit, dass Privatkund:innen schon länger ihren Bedarf weniger im stationären Handel decken und stattdessen vermehrt online einkaufen. Dieser Trend habe sich durch die Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren noch einmal deutlich beschleunigt.

„Natürlich fällt uns dieser Schritt sehr schwer. Wir haben unsere Beschäftigten frühzeitig informiert und sind in Gesprächen, um sozialverträgliche Regelungen zu finden und unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden“, sagte Ralf Bühler, Hauptgeschäftsführer von Conrad Electronic SE. Mitarbeitende hätten die Möglichkeit, sich auf offene Stellen innerhalb der Conrad-Gruppe zu bewerben. Wie viele Mitarbeiter:innen in Frankfurt und anderen Städten betroffen sind, wollte das Unternehmen zunächst nicht kommunizieren.

Es sei nicht das erste Mal in der fast 100-jährigen Geschichte von Conrad, dass man Veränderungen im Konsumentenverhalten ernst nehme und konsequent handele. Das sei Teil ihrer Erfolgsgeschichte. Bereits in den 1970er Jahren hatte Klaus Conrad fast alle damaligen Filialen geschlossen und komplett auf den Versandhandel gesetzt.

Aber was bedeutet der Wegfall für Frankfurt? Joachim Stoll, Vizepräsident des Handelsverbands Hessen-Süd, sagt, einen solchen Magneten auf der Zeil zu verlieren, sei ein Verlust, gerade weil es an dieser Stelle schon einige Leerstände gebe. Aber trotzdem sehe er darin auch eine Chance: „Frankfurt wird dieses Elektronikgeschäft mit Beratung sehr vermissen. Die Ecklage des Geschäfts mit eigenem B-Ebene-Zugang in Toplage erscheint mir aber so interessant, dass man auf eine spannende Neuentwicklung hoffen kann.“

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch interessant

Kommentare