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Madlen Thorwarth und Daniel Singh in ihrer betonmanufaktur.
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Madlen Thorwarth und Daniel Singh in ihrer betonmanufaktur.

Modeserie

Frankfurt: Concrete Jungle fertigt Schmuck aus ungewöhnlichem Material

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Madlen Thorwarth und Daniel Singh von Concrete Jungle stellen in ihrer Manufaktur in Seckbach Schmuck aus Beton her. Nach Aussage des Gründerduos ist das weltweit einzigartig.

In einer Fabrikhalle in der Gwinnerstraße in Seckbach werkelt das Team von Concrete Jungle: Madlen Thorwarth, Daniel Singh und ihre knapp 20 Mitarbeiter:innen. In drei Backmaschinen wird Beton gemischt, auf vier großen Holztischen liegen Formen aus, die mit kleinen Kupferspänen gefüllt sind. An den Wänden hängen Unmengen an Materialien und Werkzeug, auf einer Wand ist ein riesiges Bild im Stil eines Dschungels gemalt. Hier, in seiner Betonmanufaktur, stellt das Team von Concrete Jungle filigranen Schmuck aus Beton her.

„Das ist weltweit einzigartig“, sagen die Gründer Madlen und Daniel. Sie mischen den Beton selbst an, gießen ihn in Formen, verzieren, schleifen und schweißen. In einer weiteren Fabrikhalle direkt gegenüber werden die Schmuckstücke in die Fassungen gegeben, verpackt und verschickt. Ein Produkt durchläuft bis zu dreißig Arbeitsschritte und zwölf Hände. Jedes Schmuckstück ist ein Unikat.

Die Idee kam Madlen und Daniel 2015, als Madlen für ihr Diplom zur Innenarchitektin eine Materialcollage aus Beton machen wollte. „Das war eine Katastrophe, weil wir nicht wussten, wie man mit Beton arbeitet“, erinnert sich Daniel, der zu der Zeit Lehramt studierte. „Aber ich fand das total spannend und habe mich eingelesen, mir Tutorials angeschaut und im Keller ein bisschen was ausprobiert.“

Einige Workshops und viele Versuche später, gründeten sie 2016 ihr Unternehmen. „Zu Beginn wollten wir alles aus Beton machen. Wir haben auch von Anfang an Schmuck gemacht, aber es war nicht unsere Intention, ein Schmuckbusiness aufzubauen“, sagen die 33-Jährige und der 37-Jährige heute. Früher haben Madlen und Daniel auch Auftragsarbeiten erledigt, Wohnaccessoires, Möbel und Figuren für Firmen, Privatleute und Gastronomen aus Beton hergestellt. Mit der Zeit aber hätten sie gemerkt: „Wenn man zu viel macht, liegt der Fokus auf nichts, und die Sachen werden nicht gut genug.“ Also entschieden sie sich 2019 für eine Sache: Schmuck.

Es gibt Schmuckstücke in weißem, grauem und schwarzem Beton, verziert mit Gold-, Silber- und Kupferelementen. Ein Paar Ohrstecker gibt es ab 44,90 Euro, die meisten Ketten kosten zwischen 70 und 100 Euro, auch Armbänder, Ringe und Manschettenknöpfe sind im Angebot. Besonders liebevoll ist die Aufbereitung im Onlineshop: Dort wird ersichtlich, wer aus dem Team das jeweilige Schmuckstück hergestellt hat.

Modeserie

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„Viele Kundinnen und Kunden haben Vorurteile, dass der Schmuck wegen des Betons schwer sei und leicht kaputt gehen könne“, sagt Madlen. Beides sei nicht der Fall. Denn Concrete Jungle nutzt einen eigens entwickelten ultrahochfesten Beton, der besonders stark und leicht ist. Um ihre bekannteste Kollektion, die Grey Rose Kollektion, zu verzieren, verwenden Madlen und Daniel recyceltes Kupfer aus alten Stromkabeln. Auch das Sterlingsilber sowie das verwendete Plastik sind recycelt.

Mit jedem verkauften Produkt wird ein Baum gepflanzt. „Mir war wichtig, nicht nur die Natur, sondern auch Tiere zu unterstützen“, sagt Madlen. Hat eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter die Probezeit überstanden, übernimmt er oder sie eine Patenschaft für einen Elefanten. „Das passt, denn auch unser Logo bildet einen Elefantenkopf ab“, sagt Madlen. Die dreiprozentige Mehrwertsteuereinsparung im Jahr 2020 hat Concrete Jungle an One Tree Planted gespendet und am Green Day, der Gegenbewegung zum Black Friday, wird ein Teil der Einnahmen an soziale Projekte gespendet.

Für ihren innovativen Schmuck ist die Betonmanufaktur schon mehrmals ausgezeichnet worden, hat unter anderem den German Design Award 2019 gewonnen und ist Halbfinalist beim Hessischen Gründerpreis geworden. Seit 2019 ist das Unternehmen rasant gewachsen: Damals wurden Madlen und Daniel lediglich von einer Werkstudentin unterstützt, heute haben sie 19 Mitarbeiter:innen. Weil die Räume langsam eng werden, hat sich das Team bereits einen neuen Standort gesucht. Wegen der Corona-Pandemie verzögert sich der Umzug, aber voraussichtlich im Januar werden sie in eine drei Mal so große Halle ziehen.

Momentan arbeiten Madlen und Daniel an einer Schmuckkollektion für Männer. „Wir planen zwei Halsketten mit einer Edelstahlkette und einem Anhänger aus Beton. Gerade sind wir in der Versiegelungsprobe“, sagt Madlen. Verkauft wird der Schmuck in ihrem Onlineshop. „Irgendwann hätten wir gerne mal einen Laden in der Innenstadt“, sagen die beiden. „Aber das ist noch Zukunftsmusik.“

www.concrete-jungle.de

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