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Frankfurt: Wohnungskauf bleibt für viele ein Traum

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Von: Christoph Manus

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Die Commerzbank spürt in Frankfurt eine weiter hohe Nachfrage nach Krediten für den Wohnungs- oder Hauskauf. Doch die Finanzierung ist deutlich schwieriger geworden.

Frankfurt – Die sehr hohen Immobilienpreise und die stark gestiegenen Zinsen führen dazu, dass viele Menschen, die gerne eine Wohnung oder gar ein Häuschen kaufen würden, zumindest Abstriche machen müssen. Das legt das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Commerzbank und ihrer Immobilientochter Commerz Real nahe.

Immerhin 43 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Yougov befragten 225 Hessinnen und Hessen wollen Wohneigentum zur Selbstnutzung erwerben. 35 Prozent sind bereit, ihre Wünsche an die Immobilie einzuschränken. 38 Prozent erweitern ihren Suchradius, schauen also etwa nach Objekten jenseits Frankfurts und des Ballungsraums, wo die Preise noch geringer sind. 55 Prozent können sich keine Immobilie leisten.

Preise für Wohnraum in Frankfurt und Region sind sehr stark gestiegen

Die Befragung zeigt zudem, dass für viele Menschen, die kaufen würden, Nachhaltigkeit wichtiger wird. 61 Prozent legen großen Wert auf die Energieeffizienz des Hauses – wohl nicht zuletzt, weil Energie sich weiter stark verteuern dürfte.

Gebaut wird viel in Frankfurt und Umgebung, wie hier am Riedberg. Doch was entsteht, ist zum größten Teil sehr teuer. Eine Neubauwohnung in Frankfurt kostete 2021 laut Gutachterausschuss im Schnitt 8250 Euro pro Quadratmeter.
Gebaut wird viel in Frankfurt und Umgebung, wie hier am Riedberg. Doch was entsteht, ist zum größten Teil sehr teuer. Eine Neubauwohnung in Frankfurt kostete 2021 laut Gutachterausschuss im Schnitt 8250 Euro pro Quadratmeter. © dpa

Der Immobilienkauf sei durch die gestiegenen Bauzinsen schwieriger geworden, sagt René Zinser, Niederlassungsleiter für das Privatkundengeschäft der Commerzbank in Frankfurt. Noch vor wenigen Monaten lagen diese bei etwa einem Prozent, nun knapp unter drei Prozent. Nach Prognosen der Commerzbank könnte das Zinsniveau weiter steigen, auf etwa 3,5 Prozent. Zugleich sind die Wohnungspreise stark gestiegen. Der Preis für Neubauwohnungen in Hessen hat sich in nur zehn Jahren sogar mehr als verdoppelt.

Frankfurt: Bauzinsen sind trotz Anstieg im langjährigen Vergleich niedrig

Es gebe durchaus Privatkunden, die angesichts der gestiegenen Zinsen neu rechnen oder einen Kauf zumindest verschieben müssten, sagt Zinser. Unmöglich geworden sei der Erwerb von Wohneigentum gerade für die Eigennutzung aber mitnichten. „Man sollte sich nicht entmutigen lassen“, sagt er. Zumal das Zinsniveau zwar gestiegen, aber im langfristigen Vergleich immer noch niedrig sei. Die Nachfrage nach Finanzierungen sei auch weiterhin hoch.

Etwas skeptischer äußert sich die Bank zum Erwerb von Wohneigentum als Kapitalanlage, etwa für die Altersvorsorge. Laut Umfrageergebnis denken 26 Prozent der Hessinnen und Hessen darüber nach.

Eine Wohnung zu kaufen, um sie zu vermieten, sei wegen der Zinswende weniger attraktiv als zuvor, heißt es. Wer trotzdem in Immobilien investieren wolle, solle über Fonds nachdenken, rät Katharina Vonhoff von Commerz Real. Immobilienfonds hätten sich auch in Krisen als stabile Anlage erwiesen. (Christoph Manus)

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