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Christoph Rembow, leitet den Winterdienst der FES. Foto: Monika Müller
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Christoph Rembow, leitet den Winterdienst der FES.

Winterdienst in Frankfurt

Frankfurt: Christoph Rembow ist der Eismann

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Heute schlägt das Wetter um, es wird wieder kälter. Der Leiter des Winterdienstes der FES und sein Team haben die Lage auf den Straßen im Griff.

Christoph Rembow hat es bereits im Februar angekündigt: Der Winter kehrt im März noch einmal zurück. Nicht, dass der 40-Jährige das in den Knochen spüren würde. Aber der Leiter des Winterdienstes der FES steht zweimal täglich im Austausch mit der „Wettermanufaktur“ in Berlin. Da geht es um die aktuelle Lage und um Prognosen. Nun ist sie da, die Kältephase. Rembow rechnet mit einstelligen Minusgraden. „Und Niederschlägen.“

Natürlich ist eine Langzeitvorhersage nicht immer korrekt, bislang hat Rembow aber selten falsch gelegen. Vorplanung ist in seinem Job alles. „Ich kann nicht morgens aus dem Fenster schauen und sagen: Oh, es hat geschneit, jetzt muss ich schnell alle zusammentrommeln.“ Immerhin koordiniert er mit seinem Team von 13 Einsatzleitern 318 Mitarbeiter; und zwei Mitarbeiterinnen.

Straßenreinigung und damit auch Winterdienst ist ein Männergeschäft. „Aber nicht, weil wir keine Frauen einstellen“, versichert Rembow. „Wir würden uns über mehr Bewerberinnen freuen.“ Er selbst hat bei der FES eine kaufmännische Ausbildung gemacht und später den Meister absolviert für Kreislauf-, Abfallwirtschaft und Städtereinigung. 2004 ist er Betriebsstättenleiter in Bornheim geworden, 2019 Leiter des Winterdienstes.

„Nichts für Langschläfer“ ist sein Posten, sagt er und feixt. Er muss flexibel sein, während des Einsatzes den Überblick behalten und viele Dinge gleichzeitig erledigen. 41 große Streufahrzeuge stehen ihm zur Verfügung, rund 100 große und kleine Schneepflüge. Der Einsatz beginnt mit der Brückenkontrolle. Ab 22.30 Uhr begutachtet ein Fahrzeug die Mainbrücken und ufernahe Straßen.

Um vier Uhr rücken die Großfahrzeuge auf den insgesamt 20 A- und B-Strecken aus. Das sind die Hauptstraßen, die Verbindungen zu Krankenhäusern, Polizei- oder Feuerwehrwachen, die Routen, die der öffentliche Nahverkehr nimmt. Busse sind die ersten, die im Schneechaos stecken bleiben. „Bis der Berufsverkehr einsetzt, sind wir schon einmal das Netz abgefahren“, sagt Rembow. 520 Kilometer, hin und zurück also 1040 Kilometer.

Stets mit Winter beschäftigt

„Harte Wochen“ liegen hinter dem Team. Ein richtiger Winter. Wobei der Chef sich das ganze Jahr mit Winter beschäftigt. Ist die Streusaison vorbei, überwacht er Reinigung und Reparatur des Fuhrparks. „Das Salz ist aggressiv, es greift das Material an.“ Die Wagen stehen nicht still, sie sind im Containerdienst unterwegs. Manche dienen als Wasserwagen, um die Straße zu spülen. Dann plant er die nächste Saison.

Stimmen die Routen noch? In Frankfurt wird ja ständig etwas neues erschlossen, braucht es mehr Personal? Hin und wieder dreht der Großstreuer auch eine Runde, um den Streckenverlauf zu testen. Also nicht wundern, wenn bei 30 Grad ein Streufahrzeug unterwegs ist.

Streumittel bestellt der Fachmann bis spätestens Oktober. Danach wird’s teurer. Aus dem beinharten Winter 2010 hat die FES ihre Lehren gezogen. Damals war in ganz Deutschland das Salz auf einmal knapp. Seitdem füllt die FES an der Ferdinand-Porsche- Straße ein extra Depot, zusätzlich zu den Hallen der Betriebsstätten. Wenn was übrig bleibt – das Salz hält sich. „Es darf nur keinen Wasserrohrbruch in der Salzhalle geben“, scherzt Rembow.

Privatleute sollen den Gehweg vor ihren Häusern möglichst ohne Salz streuen, mit Sand oder Split. So will es die städtische Satzung, der Ökobilanz wegen. Für die Straßen gibt es keine Alternative. „Salz ist mit Abstand das effizienteste Mittel“, sagt Rembow. Wobei die FES schon umgestellt hat auf ein Salz-Sole-Gemisch. Damit kommt weniger Salz zum Einsatz, gleichzeitig haftet es besser auf der Straße, der Streuer kann es auch präziser auftragen.

Damit lande weniger Salz am Randstreifen, in den Rabatten, an den Baumscheiben. Nur wenn es in die zweistelligen Minusgrade geht, greift die FES auf reines Salz zurück. Sonst ist dem Eis nicht beizukommen.

Die kältesten Strecken der Stadt sind übrigens die Rosa-Luxemburg-Straße, die Kilianstädter Straße und die Schwanheimer Brücke. Eine Thermalkartierung hat das ergeben, Rembow und Kollegen wussten das schon, aus Erfahrungswerten. Es gibt bis zu vier Grad Temperaturunterschied in der Stadt, sagt er noch.

Am meisten Arbeit hat der Winterdienst am Riedberg. Der ist Kaltluftschneise in Taunusnähe. Wobei das Mittelgebirge ein guter Schutzschirm für die Stadt ist. „Der Taunus hält viel Wetter von Frankfurt ab.“ Wiesbaden oder die Taunusgemeinden treffe der Wintereinbruch meistens härter.

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